40.000
  • Startseite
  • » Nachrichten
  • » Netzwelt
  • » News
  • » Das Internet kommt ins Fernsehen
  • Aus unserem Archiv
    Berlin

    Das Internet kommt ins Fernsehen

    Die großen TV-Hersteller versuchen schon seit einiger Zeit, Fernsehen und Internet zu verschmelzen. Ein neuer Standard mit dem nicht ganz einfachen Namen Hybrid broadcast broadband TV, kurz HbbTV, eröffnet dem Zuschauer neue interaktive Möglichkeiten.

    Samsung setzt auf Widgets
    Neue Benutzeroberfläche bei Samsung: Internet@TV ersetzt die Widgets von Yahoo. (Bild: Samsung/dpa/tmn)

    Fast jeder zweite Fernsehzuschauer möchte vom Sofa aus auch ins Internet gehen können, hat der Marktforscher GfK herausgefunden. Zu langsame Internetverbindungen haben diesen Wunsch lange Zeit gebremst. Ein anderer Hemmschuh ist nach wie vor der Preis: Nach Angaben des IT-Branchenverbandes Bitkom kostet ein hybrides Gerät mit 1000 Euro im Schnitt noch deutlich mehr als ein herkömmliches TV-Gerät, das durchschnittlich bei 680 Euro liegt. Trotzdem sind vom März 2009 bis zum Sommer 2010 insgesamt 1,2 Millionen Fernsehgeräte mit Internetzugang verkauft worden.

    Aufbereitete Vorauswahl bei Loewe
    Aufbereitete Vorauswahl bei Loewes derzeit aktuellem MediaNet-Angebot. Ein integrierter Opera-Browser ermöglicht zudem freien Zugang zum Internet. (Bild: Loewe/dpa/tmn)

    Nun soll der neue HbbTV-Standard Hybrid-Fernseher durch neue interaktive Diensten noch interessanter machen. Anders als bei den bisherigen Zusatzdiensten wie Youtube, Wettervorhersage, Nachrichten oder Aktienkurse, können bei HbbTV Internet- und Fernsehinhalte parallel genutzt werden. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender haben bereits Teile ihrer Online-Mediatheken und andere Inhalte auf den neuen Standard gebracht.

    Philips Net TV
    Mit Philips Net TV lässt es sich bequem in Mediatheken surfen - zum Beispiel in der des ZDF. (Bild: Philips/dpa/tmn)

    Weitere interaktive Dienste sollen in Kürze folgen - darunter auch neue Werbeformen. Gefällt einem Zuschauer zum Beispiel die Kleidung eines Schauspielers bei einer Vorabendserie, kann er vielleicht künftig mit einem Klick auf die Klamotte gleich eine Bestellung aufgeben. Auch der alt gediente Teletext soll mit HbbTV aufpoliert werden. Der Zuschauer soll Inhalte aufrufen und gleichzeitig das Fernsehbild weiter laufen lassen können.

    Die HbbTV-Spezifikationen sind von einem europäischen Konsortium entwickelt und erst vor wenigen Wochen als Standard bestätigt worden. Daran mitgearbeitet haben unter anderem das Institut für Rundfunktechnik, die Deutsche TV-Plattform sowie Philips.

    Der Elektronikhersteller hat sein Internet-TV-Angebot Net TV bereits auf dem HbbTV-Standard aufgebaut. Net TV bietet über auswählbare Buttons auf dem Bildschirm Zugriff auf verschiedene Inhalte, darunter Mediatheken, Spiele und Videos auf Abruf. Inzwischen setzen auch Sharp und Loewe auf Net TV, das auch die Möglichkeit zum Aufruf beliebiger Internetseiten durch Eingabe der Adressen bietet.

    Die meisten großen Hersteller haben sich zwar bei der Entwicklung des HbbTV-Standards beteiligt. Ins Netz gehen sie derzeit aber noch auf unterschiedlichen Wegen. Und die japanischen und koreanischen Hersteller warten vielfach noch ab, ob und wie sich der Standard über Deutschland und Frankreich hinaus etabliert. Daran hat Bitkom-Vizepräsident Achim Berg keine Zweifel: «Die Integration von Internet und TV ist einer der wichtigsten Trends in der Unterhaltungselektronik», sagt er.

    Auch Toshiba will zunächst mit der Integration von HbbTV in seine Fernseher abwarten, bis die technischen Spezifikationen veröffentlicht sind, sagt Firmensprecher Sascha Lange. Die internetfähigen Geräte ließen sich aber nachträglich per Software-Update auf den neusten Stand bringen.

    Für die noch in diesem Jahr angekündigten TV-Modelle legen die Hersteller erst einmal einen Schwerpunkt auf Zusatzangebote wie Video und Musik. Sony hat erst kürzlich seine neue Online-Plattform Qriocity vorgestellt, auf die auch von Fernsehern der Bravia-Reihe zugegriffen werden kann. Erste Modelle sollen noch in diesem Herbst verfügbar sein.

    Samsung hat seine Topmodelle mit Internetanschluss überarbeitet: Die neue Multimedia-Plattform Internet@TV ersetzt nun die Widgets von Yahoo. Der Aufruf von Inhalten über die Widgets sei ohnehin relativ langsam gewesen, sagt Samsung-Manager André Schneider. Die Plattform, die nun ähnlich wie ein App-Store gestaltet ist, biete deutlich mehr Inhalte und Dienste.

    So unterschiedlich die Geräte auch sind, sie haben alle einen Zusatznutzen für den Verbraucher, sagt der Fernsehexperte Hartmut Krafczyk von der Zeitschrift »TV Spielfilm»: Anders als das neue 3D-TV komme der Trend schleichend. «Aber er kommt, um zu bleiben.»

    /serviceline/computer_multimedia/berichte/
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst
    Maximilian Eckhardt
    0261/892743
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Donnerstag

    10°C - 21°C
    Freitag

    11°C - 19°C
    Samstag

    11°C - 18°C
    Sonntag

    9°C - 14°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!