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Leipzig

Chef-Programmierer von Kino.to vor Gericht

dpa

Der Chef-Programmierer des illegalen Filmportals Kino.to steht seit Dienstag vor dem Landgericht Leipzig. Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen eine massenhafte Verletzung des Urheberrechts vor.

Prozess
Der Angeklagte Bastian P. (r.) wird zum Gerichtssaal im Landgericht in Leipzig geführt.
Foto: Peter Endig – DPA

Kino.to mit Sitz in Leipzig war bis zu seiner Sperrung im Juni 2011 das meistbesuchte deutschsprachige Filmportal. Rund 135 000 raubkopierte Kinofilme, Serien und Dokumentationen waren über die Internet-Seite frei zugänglich, bis zu vier Millionen Nutzer täglich soll die Seite in Hochzeiten gehabt haben. Der 29-Jährige kündigte an, am nächsten Prozesstag umfassend aussagen zu wollen.

Der Programmierer war nach dem Leipziger Gründer von Kino.to der zweitwichtigste Mann bei dem konspirativen Unternehmen. Beide sitzen in Untersuchungshaft, vier weitere Mitwirkende sind bereits verurteilt worden. «Der Angeklagte war für das reibungslose technische Funktionieren von Kino.to zuständig», sagte Staatsanwalt Dietmar Bluhm in seiner einstündigen Anklageverlesung. Ohne das überlegene technische Wissen des 29-Jährigen hätte es das Streaming-Portal wohl nicht gegeben. Als zweiter Mann habe er Einnahmen von mehr als einer Million Euro erzielt.

Der Prozess wirft ein Schlaglicht auf den Umgang mit Urheberrechten im Internet. Kino.to war von Anfang illegal – um die nötigen Verwertungsrechte für die angebotenen Filme scherten sich die Drahtzieher nicht. Gleichwohl wussten sie, dass es eine große Nachfrage nach kostenlosen Inhalten im Internet gibt. Viele Inhalte, viele Nutzer, ein professionell gestalteter Auftritt – das lockte Werbefirmen an. Über Werbung auf der Seite machte Kino.to Millionen. Den Löwenanteil soll der Gründer eingestrichen haben. Wann er vor Gericht kommt, ist offen.

Der Anwalt des Chef-Programmierers sagte, sein Mandant sei durch die U-Haft mitgenommen. Der 29-jährige ehemalige Philosophie-Student habe sich nur um die technischen Fragen gekümmert. «Der war eigentlich nur der Programmierer. Ihm war gar nicht klar, was er da macht», sagte Hubert Schmid. Sein Mandant kooperiere mit den Ermittlern. «Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Seite abgeschaltet wurde. Ohne ihn wäre die Seite heute noch in Betrieb.» Der Prozess wird am 30. März fortgesetzt.

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