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    BITKOM-Chef: CeBIT ist das Herz der digitalen Welt

    Hannover/Berlin (dpa) - Zur bevorstehenden IT-Messe CeBIT in Hannover beantwortete der Präsident des Branchenverbandes BITKOM, August-Wilhelm Scheer, Fragen der Deutschen Presse-Agentur dpa.

    Frage: Wo steht die CeBIT derzeit aus Ihrer Sicht, auch angesichts des Ausstellschwunds und der zunehmenden Bedeutung von Konkurrenz- Messen wie CES in Las Vegas und IFA in Berlin für die Unterhaltungs- Elektronik und des Mobile World Congress in Barcelona für die Telekom-Branche?

    Scheer: «Diese Messen können allenfalls in Teilbereichen mit der CeBIT konkurrieren ­ Consumer Electronics hier, Mobilfunk dort. Als breite Plattform für die gesamte Welt von IT, Telekommunikation und Internet ist die CeBIT auch im weltweiten Vergleich einzigartig. In diesem Jahr ist es gelungen, eine Reihe von Firmen wieder oder überhaupt ganz neu auf die CeBIT zu holen: Amazon, Dell, Ericsson und Motorola sind solche Beispiele. In diese Richtung der Telekommunikations- und Internetfirmen müssen wir weiterarbeiten.»

    Frage: Wie muss sich die CeBIT aus Ihrer Sicht verändern?

    Scheer: «Die CeBIT muss auf den ständigen Wandel in der Branche reagieren und tut das inzwischen auch. Auf der Messe geht es nicht mehr nur um Show, Image und Vertrieb. In Hannover wird Politik gemacht, man stellt sich der Presse vor, bekommt innovative Ideen, erfährt die neuesten Trends, macht interessante Kontakte ­ und findet neue Mitarbeiter. Die CeBIT ist das Herz der digitalen Welt. Hier läuft alles zusammen. Für die Zukunft muss es gelingen, der CeBIT wieder ein klares Profil zu geben. Wir müssen weg vom Bauchladen- Image. Die CeBIT muss zeigen, wofür sie steht und wird sich deshalb künftig in vier Bereiche strukturieren: "CeBIT Pro" für geschäftliche Anwender, "CeBIT Gov" für die öffentliche Hand, "CeBIT Life" für die Internetwelt und Privatkonsumenten, "CeBIT Lab" für Forschungseinrichtungen und Institute. Wenn es dann noch gelingt, die Top-Trends wie das mobile Internet und Cloud Computing frühzeitig aufzugreifen, kommt die CeBIT wieder auf den Wachstumspfad.»

    Frage: Welche Erwartungen haben Sie an die CeBIT 2010, wie wird sich der High-Tech-Markt 2010 entwickeln?

    Scheer: «Wir gehen davon aus, dass auf der CeBIT Aufträge von mehr als zehn Milliarden Euro geschrieben und vorbereitet werden. Das ist der stärkste Nachfrageimpuls, den man sich vorstellen kann. Die Märkte werden sich wieder stabilisieren, wozu die CeBIT sicherlich ihren Teil beitragen wird. IT-Services werden weiter zulegen, Software wird wieder wachsen, Sprachtelefonie und Hardware haben allerdings mit dem Preisverfall zu kämpfen. Was die reinen Absatzzahlen angeht, werden wir einen echten Boom erleben: Innovative Geräte wie Smartphones, Netbooks und HD-Fernseher verkaufen sich bestens.»

    Gespräch: Andreas Hoenig, dpa

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