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Betriebssystem-Wechsel: Windows richtig deinstallieren

Hamburg/Hannover (dpa/tmn) – Kommt das Betriebssystem in die Jahre, muss nicht gleich ein neuer Rechner her. Es lässt sich auch eine neue Version installieren. Aber ein Windows-Update kann schnell Ärger machen, vor allem wenn die alte und die neue Version sich nicht vertragen.

Betriebsystem-Wechsel
Wenn eine neue Windows-Version auf den Rechner soll, ist eine saubere Neuinstallation der beste Weg. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

Betriebssystem auf Betriebssystem verträgt sich nicht: Wer Windows auf seinem Computer updaten möchte, löscht besser zuerst die alte Version. Denn wird ein neues System aufgespielt, ohne das alte zu entfernen, kann es sein, dass der Rechner nicht mehr stabil läuft.

Eine saubere Neuinstallation ist einem einfachen Update stets vorzuziehen, sagt Mark Perseke vom Online-Magazin «Netzwelt». Ein frisches Betriebssystem arbeite zuverlässiger und schneller als ein überspieltes. Ein neues System muss sich nicht darum kümmern, vorhandene Daten und Programme möglichst reibungslos zu integrieren, und dabei Dateipfade zu ändern. «Deshalb empfiehlt es sich, den Computer komplett zu formatieren und anschließend das neue Betriebssystem zu installieren.»

Streng genommen lassen sich nur Software und Programme deinstallieren. Spricht man bei Windows von Deinstallation, ist eigentlich das Löschen des Betriebssystems gemeint, erklärt Klaus Eickemeier von der Zeitschrift «Computer-Bild». Eine richtige Deinstallationsroutine gebe es für Windows nicht. Die beiden gängigen Verfahren zum Löschen eines Windows-Betriebssystems sind einerseits das Booten mit der Betriebssystem-CD mit anschließender Formatierung oder andererseits das Booten mit einem Löschprogramm von CD aus. Wer die Daten wirklich sauber löschen will, greift zur zweiten Variante.

Eine Freeware zum sicheren Löschen von Windows ist zum Beispiel DBAN. Der Nutzer kann das Programm kostenlos downloaden, auf CD brennen und beim Start des Computers von dieser CD aus booten. Ein Kaufprogramm zum Löschen von Partitionen ist zum Beispiel der Disk Director 11 von Acronis. Nach dem Löschvorgang bootet der Nutzer den Rechner einfach mit der Betriebssystem-CD. Windows fragt dann, ob auf der Festplatte eine Partition erstellt und diese auch formatiert werden soll. Nach dem Bestätigen wird Windows installiert.

Bei Bedarf sollte der Nutzer vor der Neuinstallation auch eventuelle weitere vorhandene Partitionen löschen. «Viele denken, mit dem Formatieren oder Löschen von Windows seien auch alle anderen Daten verschwunden», sagt Eickemeier. «Dies ist aber nicht der Fall.» Ein gutes Beispiel sei die Neuinstallation von Windows XP. Formatiert der Nutzer nur die Partition, auf der sich das Betriebssystem befindet und installiert in diesen Bereich XP erneut, findet das System alte Benutzerkonten und Dateien – und plötzlich erscheinen beispielsweise zwei Windows-Ordner auf dem Arbeitsplatz.

Vor dem Löschen sollten stets alle Daten auf einer externen Festplatte gesichert werden. Außerdem lohnt es sich vorher, die passenden Treiber herunterzuladen und zu speichern, rät Vanessa Weihbrecht von Microsoft. Auch Favoriten des Browsers, E-Mail-Konteneinstellungen und die Set-Up-Dateien mit Seriennummern von wichtigen Programmen sollten gesichert werden. «Denn es ist ärgerlich, wenn der Nutzer kostenpflichtige Download-Programme nach der Windows-Neuinstallation nicht mehr installieren kann», sagt Eickemeier.

Bei Windows 7 gibt es manchmal ein weiteres Problem: Das Betriebsystem wird auf zwei Partitionen installiert. Eine davon ist nur etwa 100 Megabyte groß und dient lediglich zum Booten des Systems. Installiert der Nutzer ein neues System, sollte er bei Windows 7 darauf achten, vorher wirklich beide Partitionen zu löschen, empfiehlt Eickemeier. Sonst erstellt das System bei Neuinstallationen eine weitere Boot-Partition und lässt die alte unbenutzt liegen. «Das verschwendet unnötig Platz von der Festplatte.»

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