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Köln

Axel-Springer-Chef Döpfner macht den Medien Mut

dpa

Für die Medienbranche gibt es nach Einschätzung von Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner keinen Grund zu Pessimismus. Wenn die Verlage sich auf die digitale Zukunft einstellten und in Qualitätsjournalismus investierten, stünden sie vor einer glänzenden Zukunft.

Das sagte Döpfner am Donnerstag auf der Fachmesse dmexco in Köln. «Smartphones und Tablets sind die Zeitungen der Zukunft», sagte Döpfner in einem Vortrag vor Ausstellern und Besuchern der zweitägigen Messe mit Angeboten zur Online-Werbung. «Wir können mit diesen Geräten mehr Leser erreichen denn je.» Döpfner sagte, er sei überzeugt, dass Leser langfristig auch bereit seien, für journalistische Qualität zu zahlen.

Die für das Internet propagierte Kostenloskultur werde sich auf den mobilen Geräten nicht fortsetzen. Für Handy-Nutzer sei es völlig normal, für Dienste wie die SMS zu zahlen. Gerade das iPad von Apple habe einen sehr einfachen Bezahlmechanismus, sagte Döpfner und fügte hinzu: «Apps sind die neuen Verbündeten der Verlage.»

Das iPad und die demnächst folgenden Tablet-Computer seien aber nur der Vorbote einer digitalen Zukunft, sagte der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG. So sei es denkbar, dass die Herstellung eines gedruckten Zeitungsexemplars einmal teurer sein werde als digitales Papier. Weniger radikale Veränderungen seien allerdings bei den Nutzergewohnheiten und Medieninhalten zu erwarten.

«Die Verlage müssen in diesem Geschäft auf selbstbewusstes Storytelling setzen», riet Döpfner. «User generated content», also das von Internet-Nutzern erstellte inhaltliche Angebot, könne professionellen Journalismus ergänzen, aber nicht ersetzen.

Neben den Erlösen aus dem Verkauf von Inhalten an Leser müssten die Medienhäuser ihre Expertise in der Vermarktung in die digitale Welt tragen. Ein erster Schritt sei der Aufbau von Anzeigenportalen. «Ein konsequenter nächster Schritt könnte die Regionalisierung und der Ausbau von location based services sein», sagte Döpfner – als «location based» werden Dienste bezeichnet, wenn sie auf den jeweiligen Aufenthaltsort eines Internet-Nutzers zugreifen.

Auf der dmexco zeigten am Mittwoch und Donnerstag 355 Aussteller aus elf Ländern ihre Angebote zu neuen Formen der Online-Werbung. Das besondere Interesse galt dabei der Werbung auf dem Handy. Auch die Sozialen Netzwerke wie Facebook und StudiVZ geraten verstärkt ins Blickfeld der Marketing-Strategen. Als weiterer Wachstumsbereich gilt Werbung in Online-Videos. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) erwartet, dass die Bruttoausgaben für Werbung im Internet in diesem Jahr um schätzungsweise 19 Prozent auf mehr als fünf Milliarden Euro steigen werden.

Messe-Website

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