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Cupertino

Apple frischt iPhone auf: Multitasking ab Sommer

dpa

Apple kitzelt aus dem populären iPhone-Handy mehr Leistung heraus. Ab Sommer steht nach den Worten von Konzernchef Steve Jobs ein neues Betriebssystem zur Verfügung, mit dem es möglich sein wird, mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen.

Diese von Windows bekannte Funktion hatten viele iPhone-Nutzer schmerzlich vermisst. Mit dem Vorstoß attackiert Jobs andere Smartphone-Hersteller wie RIM mit seinen Blackberrys oder Google mit seinem Nexus One und seinem Betriebssystem Android. «Wir sind nicht die ersten auf der Party, aber wir werden die besten sein», sagte Jobs am Donnerstag am Firmensitz im kalifornischen Cupertino.

Das neue Apple OS 4 wird auf dem aktuellen iPhone 3GS laufen sowie auf dem verwandten Musikspieler iPod Touch. Ältere Geräte gehen laut Jobs leer aus. Das multifunktionale iPhone-Handy ist einer der Gewinnbringer von Apple. Bis dato hat der Elektronikkonzern mehr als 50 Millionen der Geräte verkauft plus 35 Millionen iPod Touch, wie Jobs verriet.

Zur Jahresmitte dürfte das neue iPhone-Modell auf den Markt kommen, etwa zeitgleich mit OS 4. Es wäre die vierte Auflage des Verkaufsschlagers. Apple hatte mit dem Start des iPhone 2007 den Boom der sogenannten Smartphones ausgelöst, mit denen Nutzer nicht nur telefonieren, sondern auch E-Mails schreiben oder im Web surfen können. In Deutschland wird das iPhone von T-Mobile vertrieben.

Apple verdient neben den Geräten auch an den sogenannten Apps. Mittlerweile sind mehr als 185 000 der kleinen Zusatzprogramme im Umlauf. Nutzer haben bislang mehr als 4 Milliarden Mal zugeschlagen und sich Apps installiert. Viele sind gratis und deshalb besonders beliebt. Um den Entwicklern und sich selbst dennoch zu einem Einkommen zu verhelfen, lässt Apple mit dem neuen Betriebssystem auch Werbung zu. Beim sogenannten iAd kassiert der Entwickler 60 Prozent der Werbeerlöse, Apple zwackt 40 Prozent ab.

Damit attackiert Apple ein weiteres Mal Google. Der Internet- Konzern macht das meiste Geld mit Werbung rund um seine Suchmaschine. Von dem Werbekuchen will Apple-Chef Jobs ein Stück abhaben. «Die Leute suchen auf einem mobilen Gerät nicht genauso wie auf einem Gerät daheim», sagte Jobs, «sie nutzen Apps, um ins Internet zu gehen.»

Auch das iPad soll das neue Betriebssystem bekommen, allerdings erst im Herbst. Seit Verkaufsstart am Samstag gingen 450 000 der Tablet-Computer über die Theke. Bei der größten US-Elektronikkette Best Buy sind die Geräte inzwischen ausverkauft, nur in den Apple- eigenen Läden sind noch einige wenige zu haben. «Wir produzieren sie so schnell wir können», sagte Jobs.

Analysten hatten im Vorfeld der iPad-Premiere mit bis zu 700 000 verkauften Exemplaren alleine am ersten Wochenende gerechnet. Apple hatte die Euphorie aber bereits etwas gebremst. Nichtsdestotrotz war der Start in den Augen von Jobs ein Erfolg. Bis dato hätten die iPad- Nutzer 600 000 Bücher und 3,5 Millionen Apps heruntergeladen. Den Börsianern war das nicht gut genug: Die Aktie fiel leicht.

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