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    Neue Android-Version für Tablets kommt

    Auf dem Handy hat sich das Google-Betriebssystem Android schon ausgebreitet und dem iPhone von Apple den Rang abgelaufen. Jetzt soll eine neue Version der Software auch auf Tablet-Computern punkten.

    «Honeycomb» soll Tablet-Wettbewerb verstärken
    Die Branche wartet gespannt auf «Honeycomb», ein Betriebssystem für Tablet-Computer, mit dem Google den Wettbewerb anheizt. (Bild: dpa)

    Mit einem Betriebssystem für Tablet-Computer heizt Google den Wettbewerb mit Apple weiter an. Am Mittwoch (2. Februar) stellte der Internetriese eine neue Version seiner Android-Software mit dem Codenamen «Honeycomb» vor, die speziell für die flachen Rechner konzipiert ist und somit auf den Markt abzielt, den der Rivale bisher mit seinem iPad dominiert. Zudem überarbeitet Google seinen Online-Laden für Software. So können Anbieter künftig auch auf Android-Geräten innerhalb von Apps Inhalte verkaufen - etwa Zeitungsausgaben oder neue Spiele-Level.

    Die Branche wartet gespannt auf «Honeycomb»: Nachdem Apple im vergangenen Jahr so gut wie keine Konkurrenz im boomenden Tablet- Markt hatte, wollen namhafte Gerätehersteller 2011 nachziehen. Viele setzen dabei auf das Google-System. Fürs erste Quartal hat beispielsweise Motorola sein Xoom angekündigt, LG arbeitet gerade an einem Tablet namens G-Slate.

    Anders als Apple verkauft Google keine eigenen Geräte. Trotzdem ist der Markt für den Suchmaschinenriesen wichtig: Er steigert mit der Verbreitung der Android-Software und der darin integrierten eigenen Dienste seine Werbeeinnahmen. Großen Erfolg hat die von Google angeführte Android-Allianz bei Smartphones, wo die Software mittlerweile den größten Marktanteil hat.

    Mit «Honeycomb» hat Google das System für große Bildschirme angepasst. Mitteilungen über neue Nachrichten erhalten mehr Platz, Fotos und Videos lassen sich in Stapeln auf der Oberfläche ablegen und per Fingerzeig durchblättern. Ein «Multitasking»-Button zeigt, welche Programme gerade geöffnet sind. Fest ins Betriebssystem integriert sind Videotelefonate.

    Spezielle Softwarekomponenten im «Honeycomb»-System sollen die Grafik beschleunigen und aufwendige Spiele ermöglichen. Auch das zielt auf Apple: Der iPhone-Hersteller ist bei mobilen Spielen derzeit eine Macht.

    Die ersten Eindrücke der Software waren gut. «Es ist ein solider Wettbewerber zum iOS von Apple - in mancherlei Hinsicht sogar besser», schrieb etwa Jason Kincaid vom Technologieblog Techcrunch. Donald Bell vom US-Blog Cnet hob die Geschwindigkeit und die gute Organisation von Informationen auf der Arbeitsfläche hervor: «Ich muss sagen, ich bin ein Fan.»

    Eine neue Oberfläche hat auch der Online-Laden für Anwendungen bekommen, der Android Market. Dieser ist künftig nicht nur über eine App erreichbar, sondern auch übers offene Web. Nutzer sollen leichter Programme finden oder ihren Freunden empfehlen können. Zudem sind künftig Verkäufe innerhalb von Programmen möglich. Medienhäuser könnten etwa einzelne Ausgaben einer Zeitung anbieten - eine Funktion, die es bei Apple schon länger gibt.

    Dabei grenzt sich Google bewusst von Apple ab: Der Verkauf über die Plattform ist nicht verpflichtend. «Die Entwickler können tun, was sie wollen. Das ist das Schöne an einer offenen Plattform», stichelte Google-Manager Hugo Barra gegenüber dem Technologie-Blog «All Things Digital». Zur Erinnerung: Apple riskiert derzeit einen Konflikt mit Inhalteanbietern, weil diese offenbar immer auch einen Verkauf über die iTunes-Plattform als Option anbieten müssen. Apple kassiert bei jedem iTunes-Verkauf 30 Prozent vom Kaufpreis.

    Im Tablet-Markt zeichnet sich ein heftiger Wettbewerb ab. Weitere Betriebssysteme stehen kurz vor dem Start, etwa das von Nokia und Intel geförderte MeeGo-Projekt auf der Basis von Linux sowie Windows- Tablets von Microsoft. Außerdem steigt der PC-Marktführer HP am 9. Februar mit dem System WebOS in den neuen Markt ein. Die fürs Frühjahr erwartete zweite Generation des iPad dürfte den Druck weiter erhöhen.

    Der Internetriese alleine wird Apple nicht einheizen können, weiß auch Google-Manager Hugo Barra. «Wir haben unser Bestes versucht», sagte er nach der Präsentation. Nun müsse das «Ökosystem» dafür sorgen, dass Android auch auf dem Tablet-Computer ein Erfolg wird - also die Hardwarehersteller und Entwickler.

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