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    Barcelona

    Eine Anwendung für alle Handys: Apps sollen Standards folgen

    Apps sind die Stars im Handy-Universum. Anwendern ermöglichen die Programme, ihre Mobiltelefone um viele Funktionen zu erweitern. Die Hersteller können immer schnellere und besser bedienbare Handys herausbringen, auf denen die Apps flotter werkeln.

    Eine Anwendung für alle Handys: Apps sollen Standards folgen
    «Ausschlussverfahren» in der Handywelt: ApplesApps fürs iPhone laufen nicht auf Geräten von Nokia – und umgekehrt. (Bild: Apple/Nokia/dpa/tmn)

    Und die Mobilfunkanbieter freuen sich über den zunehmenden Datenverkehr in ihren Netzen – der bringt Umsatz. Bisher beherrscht Apple den Markt mit seinem App Store. Doch die Konkurrenz will teilhaben am Goldregen und setzt dabei auf Standards, wie sich beim Mobile World Congress in Barcelona (noch bis 18. Februar) zeigt.

    Nokias Ovi Store
    Reichlich Auswahl: Auch in Nokias Ovi Store gibt es Unmengen an Apps. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

    Bisher ist es nicht möglich, eine einmal gekaufte oder auch gratis heruntergeladene App auf verschiedenen Handys zu benutzen, wenn diese mit unterschiedlichen Betriebssystemen arbeiten. Software aus dem App Store läuft nur auf einem iPhone oder iPod touch und nicht auf Handys von Nokia oder auch Samsung. Ebenso guckt in Röhre, wer Programme zum Beispiel aus Nokias Ovi Store auf einem neuen LG-Handy nutzen möchte.

    Apps sollen Standards folgen
    Der Spitzenreiter: Mit seinen Apps dominiert Apple das Handy-Anwendungs-Geschäft. (Bild: Apple/dpa/tmn)

    Dabei wäre das doch eine schöne Sache, wie Andy Rubin findet, bei Google für das Handy-Betriebssystem Android zuständig: «Es war schon immer ein Traum, ein Programm zu schreiben, das auf allen Geräten läuft.» Dass sich das schon bald realisieren lässt, glaubt Rubin aber nicht – und zwar vor allem aus technischen Gründen. Zu verschieden seien die Geräte. Android selbst wird auf Handys mehrerer Hersteller eingesetzt, und die im Android Market angeboten Apps lassen sich in diesem «Ökosystem» transferieren – weiter aber auch nicht.

    Es gibt jedoch zahlreiche Hersteller, deren Handys mit Software arbeiten, die nur sie zum Einsatz bringen. Ein Teil dieser Firmen findet sich unter anderem mit verschiedenen Mobilfunkbetreibern im Joint Innovation Lab (JIL) wieder. Dieses hat eine technologische Plattform zum Ziel, auf der sich Apps oder auch Widgets – ebenfalls kleine Anwendungen – unabhängig vom Betriebssystem des jeweiligen Handys ausführen lassen. Unterstützt wird JIL zum Beispiel von Vodafone, Samsung und dem Blackberry-Hersteller Research in Motion.

    JIL wird auch vom Gemeinschaftsprojekt Wholesale Applications Community unterstützt, das jetzt in Barcelona angekündigt wurde. Ihm gehören unter anderem T-Mobile, Nokia, Motorola und Sony Ericsson an. Das Ziel: Aus welchem Online-Softwareladen eine Anwendung auch immer stammt, sie soll auf möglichst vielen Geräten funktionieren.

    Dahinter steckt keine Nächstenliebe, sondern Marktkalkül: Über das Konsortium ließen sich drei Milliarden Kunden erreichen, erläuterte Rainer Deutschmann von T-Mobile bei einer Präsentation auf der Mobilfunkmesse. Und die Unternehmensberatung Gartner erwartet, dass die Verbraucher weltweit in diesem Jahr stolze 6,2 Milliarden US-Dollar (etwa 4,55 Milliarden Euro) für Apps ausgeben.

    Nokia will die Applikationen außer auf Handys auch auf anderen Geräten nutzbar machen. In Barcelona kündigten der finnische Hersteller und Intel gemeinsam MeeGo an. Bei dem Linux-basierten Betriebssystem handelt es sich wie bei Android um Open Source: Jeder darf es nutzen und verändern. Und ebenfalls wie bei Android sollen die erhältlichen Apps auf allen MeeGo-Geräten laufen. Das können auch Tablet-PCs sein. Erste Geräte werde es vom zweiten Quartal 2010 an geben – nicht nur von Nokia, sondern von mehreren Herstellern. Apps haben also in der Welt der Handys künftig mehr Bewegungsfreiheit.

    Webseite der Messe: www.mobileworldcongress.com

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