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    Nina Kiehnle: Die Miss Germany der Herzen

    Wenn Nina Kiehnle das Lokal betritt, drehen sich die 
Männerköpfe nach ihr um. Man versteht sofort, warum die Koblenzerin bei Misswahlen so erfolgreich ist. Sie nimmt Platz – und bestellt einen großen Burger mit Pommes.

    Von unserem Journalchef Michael Defrancesco

    Ah schön, Sie haben Ihre Schärpen mitgebracht. Sehr kleidsam. Aber Vorsicht, nicht, dass sie beim Essen dreckig werden.
    (lacht) Danke! Ja, die muss man sehr sorgfältig behandeln.

    Kann man so eine Schärpe waschen?
    Ouh, hab ich noch nicht versucht. Ich fürchte nicht. Da wäre ein Fleck nicht so toll.

    Dann frage ich nicht, ob ich sie auch mal anziehen darf.
    Sie wollen die Schärpe von „Miss Mitteldeutschland“ anziehen? (lacht) Das dürfen Sie leider nicht! Sie ist eine Insignie und kein Kostüm – ich darf die Schärpe nicht so einfach jemand anders umhängen.

    Ah! Och. Verstehe. Was ist der Unterschied zwischen einer Miss und einem Model?
    Ein Model ist der Kleiderständer für ein Produkt, es geht mehr um dieses als um die Person. Bei der Miss zählt die ganze Persönlichkeit: Wer ist die Person, was repräsentiert sie? Sie vermarktet nicht nur ein Produkt, sondern zuerst ihre Persönlichkeit.

    Heidi Klum sucht aber auch immer ein Gesamtpaket.
    Sie meint eher, dass es darum geht, auf dem Laufsteg durch seinen Gang zu überzeugen, dass man posingsicher bei Fotoshootings ist und verschiedene Gesichtsausdrücke drauf hat – so was ist eher als Gesamtpaket gemeint. Die wirkliche Persönlichkeit des Menschen steht da nicht im Vordergrund.

    Was sind herausragende Miss-Eigenschaften?
    Man braucht das Talent, andere von sich überzeugen zu können, zum Lachen zu bringen, eine offene Person zu sein. Wenn man eine Miss geworden ist, bekommt man nicht einfach Jobs und Angebote hinterhergeworfen – nicht mal als Miss Germany. Eine Miss muss stets am Ball bleiben und selbst etwas aus ihrem Sieg machen. Man muss an seinem Auftreten arbeiten, man will ja positiv etwas bewirken mit seinem Titel und nicht als arrogante Frau wahrgenommen werden.

    Denken die Leute, dass Sie arrogant sind?
    Ich wirke offenbar auf manche Leute so, ja, obwohl ich das gar nicht bin.

    Welche Vorurteile hören Sie?
    Einige. Ich versuche, den Leuten klarzumachen, dass die Miss Germany Corporation auch gute Dinge macht und es nicht nur allein darum geht, eine schöne Frau zu küren. Sie sind zum Beispiel sozial engagiert. Mister Germany und auch die neue Miss Germany setzten sich für Kinder ein, die mit nur einer Herzklappe geboren sind. Innerhalb des Mister- und Miss-Germanys-Camps vor der Wahl wurden 2000 Euro für diesen Verein gesammelt. Eine Miss muss da auch genug Selbstbewusstsein entwickeln.

    Wie haben Sie das geschafft?
    Ich bin 2011 nach Köln gezogen und habe dort zum ersten Mal allein gewohnt. Damals habe ich gelernt, selbst zurechtzukommen, mich selbst zu lieben und zu akzeptieren.

    Sie mussten lernen, sich selbst zu lieben? Wussten Sie nicht, dass Sie überdurchschnittlich gut aussehen?
    
(schmunzelt) Danke für das Kompliment! Wissen Sie, das Selbstbewusstsein bekommt man nicht in die Wiege gelegt. Meine Eltern haben mich sehr bodenständig erzogen. Und ich habe nicht das Gefühl gehabt, durch mein Aussehen etwas Besonderes zu sein. Das Aussehen ist im Übrigen auch Geschmackssache. Wenn meine beste Freundin von einem Mann schwärmt, muss das überhaupt nicht mein Typ sein. Heute kann ich schon sagen: Ja, ich habe von meinen Eltern gute Gene bekommen, was das Aussehen angeht. (lacht) Aber gerade, wenn man jünger ist, dann braucht man auch Bestätigung von anderen. Man selbst ist immer unsicher.

    Heute bekommen Sie diese Bestätigung?
    Ja. Zum einen habe ich sie geradezu provoziert, als ich angefangen habe, zu Misswahlen zu gehen – und gewonnen habe. Ich bin Miss Koblenz, Miss Mitteldeutschland, Miss Condor. Und im Alltag ist es schon so: Wenn ich irgendwo hin komme, dann gucken die Leute.

    Kann ich bestätigen, Ihr Ankommen eben im Restaurant war die Attraktion des Abends – und Sie sind einfach nur durch die Tür gekommen.
    (lacht) Ja, da gewöhnt man sich dran.

    Sie ist die Schönste von Mitteldeutschland. Foto: Filipe Ribeiro
    Sie ist die Schönste von Mitteldeutschland.
    Foto: Filipe Ribeiro



    Genießen Sie es, oder nervt es Sie, wenn Sie aufs Aussehen angesprochen werden?
    Eigentlich fühle ich mich geschmeichelt. Ich fand früher meine Nase immer zu groß – und die Reaktionen der anderen haben schon geholfen, dass ich mich heute wohlfühle. Gut, wenn ich mit meinen Freundinnen weg bin, knuffen die mich schon manchmal: „Mensch, du wirst von so vielen Männern angesprochen, und uns spricht keiner an, wenn du dabei bist.“ (lacht) Wundert mich eigentlich, die meisten Jungs mögen doch gar nicht so einen Spargeltarzan wie ich das bin. Aber es passiert auch oft das Gegenteil: Die Männer trauen sich nicht, mich anzusprechen.

    Die lesen auf Ihrer Stirn schon das Wort: „Korb“.
    (lacht auf) Genau. Gut, ich rufe jetzt nicht dazu auf, mit mir zu flirten, aber ansprechen darf man mich schon. Ich beiße ja nicht.

    Steht Ihre Schönheit manchmal einem normalen Gespräch im Weg?
    Ja. Man darf das jetzt nicht falsch verstehen, aber viele halten sich wirklich am Äußeren auf – ob es sie nun anzieht oder einschüchtert. Manche stempeln mich von vornherein als arrogant und eingebildet ab. Sie machen sich gar nicht die Mühe, mich wirklich kennenzulernen. Natürlich habe ich mir durch mein Selbstbewusstsein einen Seelenschutz aufgebaut – ich muss mich vor Anmache und üblem Gerede schützen. Und es gibt durchaus Menschen, die sich nicht die Mühe machen, die wirkliche Nina kennenlernen zu wollen. Die private Nina steht nicht im Mittelpunkt mit ihrer Schärpe, sondern die sitzt einfach mit ihren Freunden in einer Runde zusammen, trinkt Kölsch, isst Burger und unterhält sich.

    Die öffentliche Nina hingegen macht Fotoshootings, Auftritte und lässt sich von Misswahl-Jurys bewerten.
    Das ist gar nicht so schlimm, wie Sie denken. Man wächst daran! Im Miss-Germany-Camp haben wir Lauftraining oder Moderationstraining bekommen. So etwas hilft mir beruflich sehr – man bekommt einen Spiegel vorgehalten und gesagt, ob man sich richtig bewegt, sich richtig ausdrückt oder ob man zu schnell spricht. So kann man sich verbessern.

    Wohin schauen Sie zuerst, wenn Sie Leute treffen?
    Das ist 'ne fiese Frage.

    Danke.
    (lacht) Ich schaue dem anderen zuerst ins Gesicht. Das Lächeln ist das wichtigste. Ein schönes Lächeln macht jeden Menschen unglaublich attraktiv, und man kann so sehr gut Emotionen übertragen.

    Was ist das schönste Kompliment, das Sie gehört haben?
    Dass ich sympathisch und offen bin. Wenn ich so etwas höre, tut mir das sehr gut, das freut mich wirklich. Als wir im Miss-Germany-Camp angekommen sind, haben einige andere Mädchen mich zuerst schief angeschaut: Ich habe kurze, schwarze Haare, ich habe Tattoos, die man auch gut sehen kann. Ich bin so gar nicht der klassische Typ für eine Misswahl. Und manche haben deshalb wohl erwartet, dass ich gut für Zickenkrieg wäre. Und hinterher haben mir so viele gesagt, dass ich genau das Gegenteil von dem bin, was sie erwartet hatten. Die coole, lockere ...

    ... die coole Socke von nebenan.
    (lacht) Ja, genau, die coole Socke. Die jeden Spaß mitmacht, mit der man lachen kann, die aber auch zuhört, tröstet und einen in den Arm nimmt. Das hat einfach gut getan, so ein Feedback zu bekommen. Es gehört ja auch irgendwie etwas Mut dazu, jemand anderem ein Kompliment zu machen. Man schimpft immer lieber über andere. Weil Sie nach dem liebsten Kompliment gefragt haben: Wenn es um mein Äußeres geht, dann höre ich am liebsten Komplimente über meine Figur. Denn dafür arbeite ich hart. Ich gehe ins Fitnessstudio und tanze, ich bin Funkenmariechen.

    Sie sind die, die geworfen wird?
    Ja.

    Autsch.
    (grinst) Es sind immer genügend Personen zum Sichern da. Ich bin noch nie gefallen. Nun ja, manchmal fast. Aber es war immer irgendein Arm da, der mich aufgefangen hat.

    Weitere Infos:

    Nina Kiehnle wurde 1992 in Hamm/Westfalen geboren. 2011 machte sie ihr Abitur am Werner-Heisenberg-Gymnasium Neuwied, danach absolvierte sie ein freiwilliges soziales Jahr in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie zog nach Köln und machte dort eine Ausbildung als Kauffrau für Marketingkommunikation. Dort stand sie auch das erste Mal für Fotoshootings vor der Kamera und bekam erste Einblicke in die Modelwelt. 2015 zog sie nach Koblenz und wurde Junior Projektmanagerin bei einer Koblenzer Agentur. Im September 2015 wurde sie zur Miss Koblenz gewählt, im Oktober zur Miss Mitteldeutschland, und im Februar dieses Jahres zog sie ins Miss-Germany-Camp ein. Auf dem Hinflug nach Fuerteventura wurde sie von rund 300 Passagieren im Flugzeug zur Miss Condor gewählt. Weitere Infos über Nina Kiehnle mit allen Terminen unter www.facebook.de/ninakmodel. Die Auftrittstermine ihrer Tanzgarde der Narrenzunft Gelb-Rot Koblenz stehen hier: www.facebook.com/
TanzgardeDerNarrenzunftGelbRotEVKoblenz

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