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Was haben Schlingensief und Tintoretto gemeinsam?

Frankfurt/Venedig (dpa) – Der Multimedia-Künstler Christoph Schlingensief und der Renaissance-Maler Tintoretto haben viel miteinander gemein, findet die Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig, Susanne Gaensheimer.

Susanne Gaensheimer
Susanne Gaensheimer, Direktorin des Frankfurter Museum für Moderne Kunst.
Foto: DPA

Ihre Kollegin Bice Curiger, die Direktorin der Biennale, hat mit Tintoretto erstmals einen historischen Maler ins Zentrum der Kunstschau gestellt. «Eigentlich passt das sehr gut», sagte Gaensheimer in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Curigers Ansatz, «die Kunst allumfassender zu sehen und sich nicht auf die Gegenwart zu beschränken», findet Gaensheimer «ganz interessant». Es gehe dieser anscheinend darum, zu zeigen, wie modern Tintoretto zu seiner Zeit war, und das mit der Gegenwartskunst in Verbindung zu bringen. «Ob das in der Praxis funktioniert, muss man sehen.»

Parallelen zwischen Schlingensief und Tintoretto gebe es auf jeden Fall. «Tintoretto war ein experimenteller Künstler», hat Curiger kürzlich in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» gesagt. «Er ist eine ungestüme Kraft, ein Innovator, auch technisch.» Das gleiche ließe sich über Schlingensief sagen, meint Gaensheimer: «Er war nicht nur ein Performer und eine charismatische Figur, sondern auch ein total ernsthafter Künstler. Seine Arbeiten sind sehr konsequent – und sehr ungewöhnlich. Wie Tintoretto war auch Schlingensief geradezu ein Technik-Freak. Und beide haben sehr schnell gearbeitet.»

Die Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt hatte Christoph Schlingensief mit der Gestaltung des Deutschen Pavillons beauftragt, doch seine Pläne waren nicht weit genug gediehen, als der Künstler im vergangenen Sommer starb. Daher entschied Gaensheimer, bereits existierende Werke im Deutschen Pavillon zu zeigen.

Werden ausländische Besucher, wird ein touristisches Publikum die Kunst Schlingensiefs verstehen? Seine Themen habe er immer «sehr direkt» behandelt, sagte die 44-Jährige, «da geht es nicht um eine konzeptionelle Verschlüsselung». Daher hätten seine Arbeiten «eine starke sinnliche Komponente», allein durch die Verwendung von Musik und Film. Die Kuratorin ist sicher: «Auch wer nichts von ihm weiß, wird im Pavillon etwas finden, woran er anknüpfen kann.» Sie betont: «Es geht mir darum, sein Werk im Kanon der bildenden Kunst zu verorten».

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