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Stockholm

Vargas Llosa nimmt Nobelpreis in Empfang

dpa

Als sechster Autor aus Lateinamerika hat Mario Vargas Llosa in Stockholm den Literaturnobelpreis in Empfang genommen. Der 74-jährige Peruaner erhielt die Auszeichnung aus der Hand von Schwedens König Carl XVI. Gustaf.

Mario Vargas Llosa
Der Peruaner Mario Vargas Llosa ist aus tiefster Seele Lateinamerikaner.

In Anwesenheit von Königin Silvia wurden im Stockholmer Konzerthaus zehn weitere, durchweg männliche Nobelpreisträger für wissenschaftliche Leistungen in der Medizin, Physik, Chemie sowie in den Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

In Oslo war wenige Stunden zuvor der Friedensnobelpreis an den inhaftierten chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo vergeben worden. In seiner Nobelvorlesung Anfang der Woche hatte Vargas Llosa zu mehr aktiver Solidarität für Liu Xiaobo aufgerufen, der für die Forderung nach Demokratie und Menschenrechten zu elf Jahren Haft verurteilt wurde.

Die Schwedische Akademie begründete die Vergabe des Literaturnobelpreises an Vargas Llosa mit dessen «Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage». Im vergangenen Jahr wurde die in Rumänien geborene und in Berlin lebende Herta Müller mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Er ist wie die anderen Nobelpreise mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (zehn Millionen schwedische Kronen) dotiert.

Vargas Llosa hatte seit mehr als zehn Jahren immer wieder auf den «Favoritenlisten» für den begehrtesten Literaturpreis der Welt gestanden. Der Peruaner wird oft als «europäisch» denkender Schriftsteller bezeichnet. Er sei jedoch mit ganzer Seele Lateinamerikaner, der sich in Europa ebenso zu Hause fühle, sagte Vargas Llosa selbst dazu.

In seiner Nobelvorlesung hatte der seit Jahrzehnten an wechselnden Orten auf mehreren Kontinenten lebende Autor zur kämpferischen Verteidigung der liberalen Demokratie gegen Fanatiker, Terroristen und Selbstmordattentäter als «Schrecken unserer Zeit» aufgerufen. Über die Rolle von Literatur sagte er: «Die Literatur schafft eine Brüderlichkeit innerhalb der menschlichen Vielfalt und lässt Grenzen verschwinden, die Ignoranz, Ideologien, Religionen, Sprachen und Dummheit zwischen den Menschen errichten.»

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