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Freiburg

"Tatort"-Preview: Heike Makatsch ermittelt zum Tod eines Jobcenter-Mitarbeiters

Ob man mal im Musikfernsehen moderiert haben muss, um Kommissar in einem Event-"Tatort" zu werden? Diese Schlussfolgerung liegt zumindest nahe: Nach Christian Ulmen und Nora Tschirner (beide Ex-MTV), die bislang zweimal um den Jahreswechsel in Weimar ermittelt haben, tritt nun zum Osterfest erstmals Heike Makatsch (44, Ex-Viva-Moderatorin) an. Das erhoffte TV-Ereignis ist ihr "Tatort"-Gastspiel aber nicht. Unsere Kritik für den Ostermontags-Tatort:

Mit einer Aura unnahbarer Graumausigkeit: Heike Makatsch spielt Ellen Berlinger. Foto: SWR/Ziegler Film
Mit einer Aura unnahbarer Graumausigkeit: Heike Makatsch spielt Ellen Berlinger.
Foto: SWR/Ziegler Film

Redakteur Hilko Röttgers hat sich den neuen „Tatort“ angesehen. Sein Urteil: Ellen Berlingers erster Fall ist eine zähe Angelegenheit, die viele Fragen unbeantwortet lässt

Im Fall geht es um Holger Kunath, einen Mitarbeiter des Freiburger Jobcenters, der unter anderem dafür zuständig ist, für seine Klienten die Miete zu überweisen. Dieser Kunath wird eines Morgens tot an seinem Arbeitsplatz aufgefunden. Man hat ihn mit einem Kabelbinder erdrosselt, auf seinem Computer findet sich ein Abschiedsbrief. War es tatsächlich Suizid? Oder hat sich ein Klient gerächt, weil Kunath seinen Job nicht ordentlich gemacht hat?

Ein weiterer Erzählstrang dreht sich um ein paar Jugendliche, die sich sogenannten Choking Games, Erstickungsspielen, hingeben. Dabei wird durch Abdrücken der Luftzufuhr ein kurzzeitiger Rauschzustand herbeigeführt. Beide Handlungsstränge hängen zusammen, weil zu den Jugendlichen der Sohn des Opfers, die Tochter einer seiner Klientinnen und auch die Tochter der Kommissarin gehören.

Apropos Kommissarin: Die Ermittlungen leitet Ellen Berlinger. Heike Makatsch verleiht der Figur eine Aura unnahbarer Graumausigkeit. Die Kommissarin ist schroff, manchmal aber auch zartbesaitet. In Freiburg, ihrer alten Heimat, ist Berlinger gerade erst wieder eingetroffen nach vielen Jahren beim Bundeskriminalamt in London. Einmal wird sie gefragt, warum sie nicht dort geblieben ist.

Hilko Röttgers
Hilko Röttgers

"Weil ich da nicht hingehöre", antwortet die Kommissarin, die übrigens schwanger ist. Nicht dass sie in Freiburg mit offenen Armen empfangen würde. Dort leben zwar Mutter und Tochter, doch zu beiden hat Berlinger seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr. Auch diesen Fall will die Kommissarin lösen, was fast ebenso zäh vorankommt wie die Ermittlungen im Fall des toten Jobcenter-Mitarbeiters.

Für ihre Darstellung der Ellen Berlinger hat sich Heike Makatsch eine Hintergrundstory zurechtgelegt, die "noch viele Geheimnisse" birgt, wie sie in einem Interview erzählt. "Viele dieser Geheimnisse würden sich Schicht um Schicht aufdecken, wenn wir Ellen Berlinger noch länger bei ihrer Arbeit und ihrem Leben zuschauen."

Eine solche Herangehensweise ist bei einem Event-"Tatort" allerdings einigermaßen abenteuerlich. Ein weiterer Fall für Ellen Berlinger ist derzeit nämlich nicht geplant. So bleiben am Ende eine Kommissarin, mit der man wenig anfangen kann, und ein Fall, den man schnell wieder vergessen hat – ein unbefriedigendes TV-Ereignis.

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