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Dortmund

Tatort: Knastkrimi wird zum düsteren Psychoduell

Ulf Steffenfauseweh

Michael Strecker stirbt keinen schönen Tod. Auf die Krankenliege geschnallt, beginnt sein Herz zu rasen, Schaum tritt vor den Mund, er krampft, sein Körper schlägt nach oben, dann setzt das Herz aus. Tödliche Tollwut! Doch wie konnte sich der Doppelmörder infizieren? Normalerweise wird der Erreger über den Speichel von Tieren übertragen. Aber Strecker sitzt seit vier Jahren im Knast.

Redakteur Ulf Steffenfauseweh hat sich den neuen „Tatort“ angesehen. Sein Urteil: Etwas für Faber-Fans, aber zartbesaitete Gemüter sollten lieber umschalten.

Gar nicht zimperlich: Im neuen „Tatort“ geht's zur Sache.  Foto: WDR/Thomas Kost
Gar nicht zimperlich: Im neuen „Tatort“ geht's zur Sache.
Foto: WDR/Thomas Kost

Sein Tod führt die Dortmunder Ermittler in die JVA, in der seit Kurzem auch Dominik Graf sitzt. Wohl kein Zufall, wie Peter Faber (Jörg Hartmann) schwant. Schließlich hat er vom Serienmörder Post bekommen. „Für immer dein“ steht auf dem Umschlag – eine Erinnerung an den vierten Fall der Dortmunder, in dem Graf geschnappt wurde.

Im Inneren ein Bild wie von einem Kind gemalt, das den tödlichen Autounfall von Frau und Tochter des Hauptkommissars zeigt. Faber folgt – wie von Graf beabsichtigt – der gelegten Fährte, seine Dämonen sind zurück: In den nächsten 85 Minuten ficht er ein Psychoduell mit seinem persönlichen Erzfeind aus. „Tollwut“ ist ein harter, teilweise beklemmender Knastkrimi. Die Protagonisten gehen nicht gerade zimperlich miteinander um. Dass Drehbuchschreiber Jürgen Werner und Regisseur Dror Zahavi auch beim Gefängnisthriller „Franziska“ zusammengearbeitet haben, an dessen Ende die Assistentin des Kölner „Tatort“-Duos sterben musste, ist sicher kein Zufall. Die Parallelen in der Machart sind unübersehbar. Nur wirkt das, was bei den Kölnern 2014 noch neu und überraschend anders war, etwas abgedroschen.

Gleiches gibt für die typischen Faber-Dialoge. „Seien Sie einfach mal nett. Kaufen Sie sich einen Hund“, rät ihm der tollwutinfizierte und vom Virus gezeichnete Ex-Kollege Jonas Zander. „Ich hab 'n Kaktus. Ich bin nett“, entgegnet Faber und schaut, als ob er das ernst meint. Auch im Team kriselt es weiter, obwohl Kommissar Kossik jetzt beim LKA in Düsseldorf ist und die Dortmunder nur noch zu dritt ermitteln. Dafür ist Nora Dalay (Aylin Tezel) zunehmend genervt von Fabers Getriebenheit. Und dessen Versöhnungsversuch mit „echter Latte“ und Schweineöhrchen erinnert an den eines Sechsjährigen.

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