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    Stuttgarter Ballett: Premierenabend mit reichlich Erotik

    Ein fast dreistündiger Abend am Stuttgarter Ballett widmet sich dem Thema „Verführung“. Die Erotik kommt in den vier Stücken nicht zu kurz.

    Verführung
    Hyo-Jung Kang (l) und Pablo von Sternenfels in dem Stück «Faun» von dem Choreographen Sidi Larbi Cherkaoui.
    Foto: Bernd Weissbrod - dpa

    Stuttgart (dpa). Das Stuttgarter Ballett hat mit reichlich Erotik in gleich vier Choreographien den ersten Premierenabend des Jahres gemeistert - vor einem am Ende restlos begeisterten Publikum.

    Verführung
    Friedemann Vogel tanzt den «Boléro».
    Foto: Bernd Weissbrod - dpa

    Als Star der Compagnie tanzte Friedemann Vogel zur hellen Freude seiner Fans das Kultstück „Boléro“ in der Choreographie von Maurice Béjart von 1961. Der Abend unter dem Titel „Verführung“ brachte am Freitag auch eine Uraufführung sowie andere Neuheiten der renommierten Balletttruppe.

    Verführung
    Adam Russell-Jones in dem Stück «Le Spectre de la Rose» von dem Choreographen Marco Goecke.
    Foto: Bernd Weissbrod - dpa

    In „Dark Glow“ (Düsteres Glühen) ging Choreographin Katarzyna Kozielska, eine Entdeckung von Intendant Reid Anderson, der hypnotisierenden Kraft der Technik nach. Zur eigens für das Stück komponierten Musik von Gabriel Prokofiev mit reichlich metallischem Sound brachte Kozielska bis zu 19 Akteure gleichzeitig auf die Bühne, darunter Starsolistin Alicia Amatriain. In dem Mix aus klassischem Spitzentanz und modernen Elementen verwandeln sich Individuen in zarten Pastell-Kostümen mit raumgreifenden Bewegungen in eine schwarze Einheitsmasse mit monotonen Schritten.

    Verführung
    Elisa Badenes und Constantine Allen vom Stuttgarter Ballett tanzen zusammen mit Ensemblemitgliedern in dem Stück «Dark Glow» von der Choreographin Katarzyna Kozielska.
    Foto: Bernd Weissbrod - dpa

    Hauschoreograph Marco Goecke bewegte seine Tänzer in knallroten Kostümen mal wie Meereskrabben bei einer hektischen Landwanderung, mal wie Vögel mit wildem Flügelschlag. Das 2009 in Monte Carlo uraufgeführte Ballett mit teils stillen, teils mit Musik von Carl Maria von Weber beherrschten Momenten war erstmals in Deutschland zu sehen. Tosenden Applaus gab es für die sieben Männer und eine Frau (Agnes Su) - allen voran für Adam Russell-Jones.

    In einem sinnlichen Pas de deux mit Hyo-Jung Kang verkörperte der Solist Pablo von Sternenfels in der Stuttgarter Erstaufführung „Faun“ des Chorographen Sidi Larbi Cherkaoui einen verführerischen Waldgeist. Unter den prominenten Besuchern des knapp dreistündigen Premierenabends waren auch Daimler-Chef Dieter Zetsche, der Kabarettist Mathias Richling und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

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