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Streetsurfing, Hockern, Crossboccia: Neue Sport-Trends

Wuppertal/Dortmund (dpa/tmn) – Nach dem langen Winter ist es Zeit, endlich wieder mehr Sport im Freien zu treiben. Dabei hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan – neuere Sportarten wurden bekannter und sind nun immer häufiger in Parks und auf den Straßen zu sehen.

Dazu gehört zum Beispiel das Hockern, bei dem die Sportler mit einem speziell entwickelten Hocker Kunststücke vollführen. Oder das Streetsurfing, das eine Abwandlung des Skateboarden ist.

Beim Crossboccia geht es quer durch die Stadt

Bislang konnte man vor allem ältere Damen und Herren in mediterranen Ländern beim Bocciaspiel beobachten. Auf klar definierten Spielfeldern warfen sie ihre Kugeln möglichst nah an die Zielkugel heran. Das war Timo Beelow aber zu wenig. Der Student wollte nicht nur auf geraden Ebenen spielen, sondern überall da, wo er gerade Lust dazu hatte: im Treppenhaus, Vorlesungssaal oder vom Balkon aus in den Hinterhof. Also entwickelte er einen neuen Ball, der robust genug ist, um durch die Gegend geworfen zu werden – und der nicht wie die traditionellen Bälle aus Holz, Metall oder Plastik bei einer Schräge ewig weiterrollt, sondern dort liegen bleibt, wo man ihn hinwirft.

«Die Grundidee des Boccia ist geblieben», sagt Beelow, der in Wuppertal lebt. Das bedeutet: Jeder Spieler bekommt drei Bälle und muss versuchen, sie möglichst nah an den zuerst geworfenen Zielball heranzuwerfen. Neu ist beim Crossboccia, dass es deutlich weniger Regeln gibt als beim traditionellen Boccia und dass der Spielort frei gewählt werden kann. «Man kann sich beispielsweise quer durch die Stadt spielen oder versuchen, dem Zielball auf einer Bank in mehreren Metern Entfernung nahezukommen.» Die weiteren Vorteile: Außer den Bällen braucht man nichts, man muss nur Bälle werfen können, und Verletzungen sind selten.

Der Hocker ist nicht nur zum Sitzen da

In der Schule und zu Hause kippeln viele mit dem Stuhl. Warum aber sollte man mit ihm nicht noch mehr anstellen können? Das dachten sich irgendwann ein paar Studenten in Kiel. Doch die ersten Versuche, Tricks mit einem Stuhl oder Hocker zu machen, waren wenig erfolgreich. Früher oder später gingen die Hocker kaputt, beispielsweise wenn sie auf den Boden krachten. Stephan Landschütz und sein Bruder Michael entwickelten daher besondere Sporthocker aus Kunststoff. Die etwa zwei Kilogramm schweren Geräte sind in der Mitte schmal und haben oben und unten eine flache Sitzfläche.

«Man kann auf dem Hocker balancieren, ihn hinterm Rücken von einer Hand in die andere werfen, mit ihm jonglieren oder quer auf ihm langlaufen», erklärt der 28-jährige Stephan Landschütz aus Berlin. «Der Fantasie sind dabei kaum Grenze gesetzt.» Erlaubt ist, was funktioniert. Feste Regeln gibt es nicht. Daher machen auch Anfänger schnell Fortschritte, weil sie sich selber Kunststücke ausdenken und sie ausprobieren können. «Allerdings sollte man auf sich und andere aufpassen», sagt Landschütz. Denn wenn der Hocker gegen das Schienbein oder an den Kopf prallt, kann das ganz schön wehtun. Deswegen sollte man ausreichend Abstand zu anderen Menschen halten und sich am besten auch mit Schonern schützen.

Beim Streetsurfing geht es in Wellenlinien voran

Auch Streetsurfing ist eine Abwandlung einer bekannten Sportart: Schon auf den ersten Blick sieht das Brett, auf das man sich draufstellt, wie ein Skateboard aus. Dabei gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied, erklärt Anke Trosin von der Firma Streetsurfing Germany in Dortmund. «Das Brett besteht aus zwei Standplatten, die durch eine spezielle Stange – die Torsionsstange – miteinander verbunden sind.» Dieses Verbindungsstück sorgt dafür, dass das Board nicht gradlinig, sondern in Wellenbewegungen fährt.

«Der Vorteil daran ist, dass man sich nicht wie beim Skateboard immer wieder mit einem Fuß abstoßen und neu Schwung holen muss», erklärt Trosin. Stattdessen steige man nur einmal auf das Brett, stelle je einen Fuß auf eine der Standplatten und stoße sich ab. «Das Board fährt dann automatisch weiter, da es durch die Wellenbewegungen angetrieben wird.» Die Tricks ähneln häufig denen beim Skateboarden, können aber auch verändert werden. Das Absteigen ist ebenfalls anders: «Man verlagert im Stehen das Gewicht nach vorne, so dass das Brett auf den Boden kommt und stoppt», sagt Trosin. So sei das Absteigen deutlich einfacher als beim Skateboarden.

Infos über Crossboccia: www.crossboccia.com

Infos über Sporthocker: www.sporthocker.com

Infos zum Streetsurfen: www.streetsurfing.de

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