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Darmstadt

Sibylle Lewitscharoff erhält Georg-Büchner-Preis

Für ihre unerschöpfliche Beobachtungsenergie und den «erfrischend unfeierlichen Sprachwitz» ihrer Bücher wird die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Sibylle Lewitscharoff
Sibylle Lewitscharoff wird geehrt.
Foto: Uwe Zucchi – DPA

Die Auszeichnung, die am Samstagnachmittag (16.30 Uhr) in Darmstadt überreicht werden soll, ist mit 50 000 Euro dotiert und gilt als wichtigste literarische Anerkennung in Deutschland. Mit der Preisverleihung endet traditionell die Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Die Auszeichnung erinnert an den deutschen Revolutionär und Dramatiker Georg Büchner («Woyzeck»), der vor genau 200 Jahren nur wenige Kilometer von Darmstadt entfernt geboren wurde und als wegweisender Autor des 19. Jahrhunderts gilt. Preisträgerin Lewitscharoff gibt aber zu, nur wenig mit dem politisch engagierten Namensgeber ihrer Auszeichnung anfangen zu können: «Er ist eine ehrenwerte Figur, ich stehe aber nicht in der Tradition Büchners, er ist mir zu fremd», sagte die 59-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. Sie habe vielmehr ein «inniges Verhältnis» etwa zu dem Werk des deutschsprachigen Schriftstellers Franz Kafka.

Sich selbst bezeichnet Lewitscharoff als «eine kleine, tapfere Schriftstellerin im Literatur-Kanon». Sie liebe es, die Grammatik voll auszuschöpfen. «Und ich liebe es, feurig mit Freunden zu diskutieren. Das zeigt sich auch in meinen Texten», erzählte sie nach der Bekanntgabe der Auszeichnung.

Sibylle Lewitscharoff gilt als eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. 1954 in Stuttgart geboren und seit 1974 in Berlin lebend, veröffentlichte die studierte Religionswissenschaftlerin erst mit 40 ihr Erzähldebüt «36 Gerechte». Bekannt wurde sie 1998 mit der Erzählung über den verrückten «Pong», die mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde.

Weitere Titel sind «Der höfliche Harald» (1999), «Montgomery» (2003), «Consummatus» (2006), «Apostoloff» (2009) und «Blumenberg» (2011). Der Roman kam auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Außerdem wurde Lewitscharoff unter anderem ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, dem Kleist-Preis und dem Ricarda-Huch-Preis.

Als Büchner-Preisträgerin reiht sie sich ein in eine ansehnliche Liste: Gottfried Benn (1951) gehört dazu, Erich Kästner (1957), Günter Grass (1965), Heinrich Böll (1967), Friedrich Dürrenmatt (1986) und Martin Mosebach (2007) ebenso. Im vergangenen Jahr wurde Felicitas Hoppe ausgezeichnet.

Infos zum Büchner-Preis

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