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    New Yorker Fashion Week mit Krücken

    Wenn es um Trends und neue Ideen geht, ist New York in vielen Bereichen so etwas wie die Hauptstadt der Welt. Manches Neue wird in der US-Metropole erfunden, anderes entwickelt sich auch einfach nur zum Trend, weil es aus New York kommt.

    Jill Stuart – Runway – New York Fashion Week F/W 2014
    Schlichtes Schwarz und Weiß.
    Foto: Peter Foley – DPA

    In Sachen Mode war die Stadt jedoch lange eher Entwicklungsland: Auch die selbstbewussten New Yorker schauten da lieber nach Paris und Mailand. Gerade läuft, wie alle halbe Jahr, die Modewoche. Ändert das die Blickrichtung? Noch nicht ganz, aber die New Yorker Fashion Week will trotzdem ganz oben mitspielen.

    Monique Lhuillier – Runway – New York Fashion Week F/W 2014
    So filigran wie elegant.
    Foto: Jason Szenes – DPA

    Schwarz-Weiß war bei den Schauen vieler Designer auffällig oft zu sehen – so als wollten sie dem grauem Winter-Mischmasch-Wetter klare Konturen entgegensetzen. Denn es geht bei den Präsentationen bis zum Donnerstag (13. Februar) um Mode für die nächste kalte Jahreszeit 2014/15. Alexander Wang zeigte hohe Stiefel, deren Schaft aus starrem Kunststoff zu sein schien und manchmal bis übers Knie reichte. Die europäische Marke Lacoste präsentierte Karomusterpullover und kurze Kleider mit langem Reißverschluss.

    Monique Lhuillier, auf Brautkleider spezialisiert, möchte den Winter mit floralen Applikationen etwas freundlicher machen und schlug ansonsten elegante Roben, gern asymmetrisch, vor. Bei Joseph Altuzarra war die Mode auch elegant, aber sehr viel figurbetonter: eine Rückkehr der frühen Sechziger, aber gern mit Applikationen in Neonfarben.

    Fast immer heißt es: Ready to wear, was in New York gezeigt wird, soll man auch wirklich tragen können. Das gilt in Paris und Mailand längst nicht immer.

    Die europäischen Luxushäuser wie Chanel, Versace und Armani sucht man umsonst auf den Laufstegen am Hudson River, obwohl deren Kreationen auf den Straßen Manhattans viel getragen werden. Die Fashion Week ist stark amerikanisch dominiert. Ralph Lauren und Calvin Klein kennt man natürlich auch in Europa, in Amerika sind sie jedoch die Platzhirsche. Ihre Popularität rührt sicher auch daher, dass die pragmatischen Amerikaner die Alltagstauglichkeit ihrer Designer schätzen: Sollten deren Kreationen doch mal zu übertrieben wirken, bleiben immer noch deren Polohemden und Khaki-Stoffhosen.

    Doch die großen Namen heben sich die Macher der Fashion Week für den Schluss auf. Den Anfang machten viele nicht ganz so bekannte Modemacher. Das erschwert die Suche nach Trends, erleichtert aber den Blick für Neues. So wie bei Jason Wu. Der Name ist noch nicht Allgemeingut, und der Anfangdreißiger sieht eher aus wie ein hochbegabter Gymnasiast. Seit aber Präsidentenfrau Michelle Obama atemberaubende Roben bei dem in Taiwan geborenen Kanadier bestellte, ist er längst kein Geheimtipp mehr.

    Und auch die Fashion Week insgesamt zeigt 2014 Stärke: Sie wächst über Manhattan hinaus, die Modemacher lassen ihre Kreationen auch im Stadtbezirk Brooklyn vorführen. Insgesamt sind es rund 130 Designer – noch vor wenigen Jahren waren es weniger als 100.

    Am ersten Abend war übrigens hauptsächlich Rot gefragt. Denn die Fashion Week bedeutet auch immer Benefiz-Feste, und seit elf Jahren wirbt die «Heart Truth»-Kampagne mit einem Red-Dress-Abend für mehr Vorsorge gegen Herzkrankheiten bei Frauen. Der Titel der Gala verrät, dass rote Kleider erwünscht sind. Daran hält sich die Prominenz nicht nur im Publikum. Auch auf dem Laufsteg waren bekannte Namen dabei. Für das größte Aufsehen sorgte eine Branchenfremde: Lindsey Vonn.

    Sollte die Skirennläuferin nicht in Sotschi sein? Sollte sie, aber ein Kreuzbandriss verdarb ihr den Traum von Olympia. Stattdessen absolvierte sie in New York den Laufsteg – auf Krücken. Sie humpelte bis zum Ende und reckte tapfer die Krücken in die Luft. Die sahen fast aus wie zwei Skistöcke im Zieleinlauf. Das stelle man sich einmal in Paris oder Mailand vor.

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