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    Meininger Theater: Shakespeare zur Wiedereröffnung

    Tradition und Moderne - beidem will das Theater Meiningen gleichermaßen gerecht werden. Nach eineinhalbjähriger Sanierung und Schließung startet das Haus mit frischem Elan in eine neue Zeit.

    Theater Meiningen
    Das Theater in Meiningen wird nach umfassender Sanierung wiedereröffnet.
    Foto: Martin Schutt - DPA

    Gerechtigkeit ist das große Thema der beiden Inszenierungen zur Wiedereröffnung des Traditionstheaters Meiningen: William Shakespeares Komödie «Maß für Maß» und Richard Wagners Jugendoper «Das Liebesverbot». «Als wir beide Stücke vor zwei Jahren auswählten, wollten wir den Lieblingsdichter sowie den Freund von Theaterherzog Georg II. auf die Bühne bringen, der um 1900 das Theater Meiningen europaweit bekanntmachte», sagte Intendant Ansgar Haag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Niemand konnte ahnen, dass das Thema Gerechtigkeit eine solche politische Brisanz bekommt, etwa beim Euro-Rettungsschirm.»

    Das 1909 erbaute neoklassizistische Theater ist für 23 Millionen Euro saniert worden und wird am Freitagabend wiedereröffnet. Das kleine südthüringische Residenztheater bestimmte um 1900 maßgeblich die Schauspielkunst in Europa.

    «Die Tradition des Meininger Theaters ist immer, total innovativ zu sein», sagte Haag, der seit 2005 in Meiningen Intendant ist. «Theaterherzog Georg II. (1826-1914) hat Stücke von Ibsen und Hauptmann und einer Reiher junger unbekannter Autoren auf die Bühne gebracht.» Es war das erste Theater auf deutschem Boden mit elektrischem Licht, statt der vorher üblichen Gasbeleuchtung. 100 Jahre nach seiner Erbauung sei es aber technisch fast das älteste Theater gewesen.

    Das habe Schwierigkeiten gemacht, junge Künstler ans Haus zu holen, deren Sichtweisen durch Medien, soziale Netzwerke wie Facebook und Videotechnik geprägt seien. «Nicht, dass das Theater unpolitischer geworden ist oder seine traditionelle kämpferische Form verloren hat, aber in der Ästhetik blieben wir etwas zurück», sagte der Intendant.

    Mit den Mehrfachdrehscheiben, der Hubbühne, mit neuer Ton- und Videotechnik könnten jetzt wieder ästhetisch zeitgemäße Inszenierungen mit schnellen Umbauten und «Filmschnitten» entstehen. «Wir kommen damit der Erwartungshaltung der jungen Generation entgegen, ohne die herkömmlichen Abonnenten mit einem modernen Theater abzuschrecken.»

    Die Themen um Demokratie und Doppelmoral bei Shakespeare und Wagner seien brandaktuell, sagte Haag. Wagner habe im Vorfeld der bürgerlichen Revolution bewusst auf Shakespeares «Maß für Maß» zurückgegriffen, um Gerechtigkeit für alle und die Doppelmoral der Herrschenden zu thematisieren. Heute gehe es um andere «Maß für Maß»-Fragen: das Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich etwa oder die Verwirklichung der Idee eines einheitlichen Europas, sagte Haag.

    Gespräch: Antje Lauschner, dpa

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