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    Los Angeles

    Liz Taylor lässt ein letztes Mal warten

    Es war ein leiser Abschied für einen Star, der mit Schönheit und Skandalen, Männern und Juwelen, Gebrechen und Großzügigkeit Jahrzehnte im Rampenlicht verbracht hat.

    Nur einen Tag nach ihrem Tod ist die Hollywood-Schauspielerin Elizabeth Taylor ganz privat - nur vor den Augen von Verwandten und engsten Freunden - auf dem Prominentenfriedhof Forest Lawn Memorial Park in Glendale bei Los Angeles beigesetzt worden. Doch ganz im Stil einer großen Diva hat Liz Taylor auch ihren Abgang mit einem Witz orchestriert.

    Auf ihren ausdrücklichen Wunsch begann die für 14 Uhr angesetzte Zeremonie mit einer Viertelstunde Verspätung. Taylor, die für ihre notorische Unpünktlichkeit bekannt war, wollte selbst zu ihrem eigenen Begräbnis zu spät kommen, ließ ihre Sprecherin ausrichten.

    Im September 2009 hatte die Schauspielerin selbst geduldig an derselben Stelle gewartet, als sich die prunkvolle Beisetzung ihres engen Freundes Michael Jackson fast eineinhalb Stunden verzögerte. Der vergoldete Sarg des Sängers war mit weißen Lilien und Rosen geschmückt, mehr als 200 geladene Gäste nahmen damals Abschied.

    Taylors Goodbye war geradezu schlicht. Ein Sarg mit Gardenien, Veilchen und Maiglöckchen. Eine einstündige Feier, in der Schauspieler Colin Farrell ein Gedicht verlas, Taylors Kinder Abschiedsworte sprachen und einer ihrer Enkel die Trompete blies. So schnell hatten Taylors Fans und die Paparazzi nicht mit ihrer Beisetzung gerechnet. Doch die jüdische Tradition verlangt eine möglichst schnelle Bestattung. Vor ihrer Ehe mit dem Sänger Eddie Fisher war die Schauspielerin in den 50er Jahren zum Judentum konvertiert.

    Für ihre letzte Ruhestätte suchte Taylor nicht etwa die Nähe zu einem ihrer vielen Ex-Männer, sondern die Nachbarschaft ihres engen Freundes Jackson, auf dessen Neverland Ranch sie 1991 zum achten und letzten Mal geheiratet hatte. Jacksons Gruft in dem Großen Mausoleum liegt direkt unter einem Glasfenster mit einer Nachbildung von Leonardo da Vincis Meisterwerk «Das letzte Abendmahl». Über Taylors Platz thront nach Angaben ihrer Sprecherin ein Marmorengel nach Michelangelos Vorlage.

    Taylor und Jackson seien in unterschiedlichen Flügeln des Gebäudes untergebracht, verriet Polizeisprecher Tom Lorenz der «Los Angeles Times». «An keinem anderen Ort in der Welt sind so viele berühmte Leute begraben», prahlte der Kalifornier. Der Beamte mag Recht haben. Auf der «Holy Terrace» (Heilige Terrasse) in dem Mausoleum wurden vor Jackson schon Stars wie Clark Gable, Jean Harlow und W.C. Fields bestattet.

    Im Volksmund heißt die weitläufige Friedhofsanlage mit Springbrunnen und Kunstwerken auch «Disneyland der Toten» - und das sicher nicht nur, weil der Vater der Micky Maus, Walt Disney, dort begraben ist. Auf den Grabsteinen und Inschriften der Grüfte sind Namen wie Jimmy Stewart, Spencer Tracy, Sammy Davis Jr., Errol Flynn und Humphrey Bogart zu lesen. 1906 wurde der Forest Lawn Memorial Park mit seinen alten Bäumen in einer parkähnlichen Landschaft in Betrieb genommen.

    Wer den Totenpark besuchen will muss schwere schmiedeeiserne Tore passieren. Die Fahrt entlang der Grabanlagen ist erlaubt, doch die Promigrüfte in dem Prunk-Mausoleum sind für Nicht-Angehörige tabu. Für Taylor-Fans haben sich mit dieser Wahl die Hoffnungen auf eine leicht zugängliche Pilgerstätte zerschlagen.

    Elvis-Fans können zum Grab des «King of Rock 'n' Roll» pilgern, das neben seiner einstigen Villa «Graceland» in Memphis (US-Staat Tennessee) liegt. Seit dem Tod von Marilyn Monroe am 5. August 1962 vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Verehrer der Schauspielerin ihre Grabstelle auf dem kleinen Friedhof Pierce Brothers Westwood Village Memorial Park unweit von Beverly Hills mit frischen Blumen schmücken.

    Taylor hätte auch die Nähe zur Ikone Monroe suchen können und sich neben ihrem Vater und ihrer Mutter, die dort seit 1968 beziehungsweise 1994 liegen, bestatten lassen können. Doch der letzte Wille von Liz Taylor war ein anderer.

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