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München

Lemmy ist wieder topfit: Motörhead in München

dpa

Vor dem «Zenith» im Münchner Stadtteil Freimann dominiert schwarz. In erster Linie in Form von Leder und langem Haar. Die Menschen hier sind zwischen 20 und 70.

Motörhead
Lemmy spielt Rock'n'Roll.
Foto: Felix Hörhager – DPA

«Motörhead ist Kult», sagt ein mittelalter Mann in Kutte. «Sie stehen für Männlichkeit, Trinken und Rock"n"Roll. Und damit verbinden sie Generationen.»

Nach gesundheitlichen Problemen des Gründers und Frontmannes Ian Fraser Kilmister, genannt «Lemmy», startete die Band Motörhead am Montagabend ihre Deutschlandtournee. «Lemmy ist jetzt aber wieder topfit», sagt Ute Kromrey am Rand der ausverkauften Halle. Sie koordiniert die internationalen Acts der Band. Laut Veranstalter sind rund 5800 Fans gekommen. «Die Auftritte in München sind für die Band immer etwas Besonderes.»

Zehn Jahre nach dem kommerziellen Höhepunkt, den die Band 1980 mit dem Album und der gleichnamigen Single «Ace of Spades» erreichte, folgte eine Flaute. Anfang der 90er hatten Motörhead selbst in England Schwierigkeiten, gebucht zu werden. «Sogar in dieser Phase waren die Konzerte in Deutschland gut besucht. Das vergisst die Band nicht. Im weltweiten Vergleich kann man ohne weiteres sagen: Die deutschen Fans sind die treusten», so Kromrey.

Auch die Zwangspause, die die Band einlegen musste, nimmt ihr hier keiner übel. Kilmisters Körper machte nicht mehr mit, die Gruppe musste ihre für 2013 geplante Europatournee zweimal verschieben – eine einmalige Sache in der nahezu vier Jahrzehnte langen Bandgeschichte. Motörhead bringen im Schnitt alle zwei Jahre ein Album heraus, nehmen sich keine Auszeit, gelten als überaus arbeitsbereit. «Diese Disziplin macht sie zu einer Konstante in dem Business», sagt ein Fan, dessen Backenbart dem von «Lemmy» sehr ähnelt. «Sie sind laut, dreckig und hart. Aber eben auch sehr ehrlich und zuverlässig.»

Im Innern des «Zenith» verhallen die letzen Akkorde der zweiten Vorgruppe. Die drei Motörhead-Mitglieder treten auf die Bühne. Die Fans brechen in Gejohle aus. «We"re Motörhead and we play Rock"n"Roll.» Es ist der Standardsatz zur Eröffnung der Konzerte. Die Menge schreit noch lauter. Weiße und rote Lichter zucken durch die Stahlkonstruktionen des «Zenith», die Schlagzeugbeats durch den Körper. Nach nur zwei Songs packt es eine Sanitäterin im hinteren Teil der Halle. Sie tritt ein paar Schritte von der Wand weg und bewegt sich zum Beat. Gezügeltes Headbanging in rot-neongelber Johanniter-Uniform.

«Diese Stimme. Diese Stimme ist einzigartig, unverkennbar», schreit ein Fan über den eigentlich alles übertönenden Musikteppich. Er besucht die Konzerte der Band seit 14 Jahren und würde unter keinen Umständen auf eines verzichten. «Die sind zwar auf den ersten Blick nicht so erfolgreich, wie zum Beispiel Metallica. Aber ohne Motörhead gäbe es Bands wie Metallica gar nicht.»

Tourdaten: 12.11. Düsseldorf, 14.11. Hamburg, 16.11. Berlin, 18.11. Paris, 20.11. Zwolle

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