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Berlin

Jonathan Safran Foer: «Jackpot des Lebens» geknackt

dpa

In Berlin könnte er leben, sagte Jonathan Safran Foer 2007 in einem Interview. Damals war er dank eines Stipendiums ein halbes Jahr zu Gast in der deutschen Hauptstadt. Nicht dass er ein Stipendium nötig gehabt hätte:

Bestsellerautor Jonathan Safran Foer
Jonathan Safran Foers neue Buch über Vegetarismus, «Tiere essen», erscheint jetzt auf Deutsch.

Seine beiden Romane «Alles ist erleuchtet» (2003) und «Extrem laut und unglaublich nah» (2005) waren zu diesem Zeitpunkt bereits Weltbestseller. Und sein aktuelles Buch «Tiere essen» zieht die Aufmerksamkeit der Medien ebenso auf sich, kaum dass es erschienen ist.

Blitzgescheit, reich an Fantasie und Witz, dabei ohne Scheu vor konventionellen Hürden ­ so überzeugt der 1977 in Washington geborene Schriftsteller seine Fangemeinde in aller Welt. Dabei ist ihm durchaus bewusst, dass auch Glück bei seinem Erfolg im Spiel war: «Ich habe sozusagen den Jackpot des Lebens geknackt», sagte der sympathische Autor in einem Gespräch von «Faz.Net». Und dabei meinte er nicht nur seine Karriere, sondern auch sein Privatleben. Foer ist mit der Schriftstellerin Nicole Krauss verheiratet, mit der er zwei Söhne hat.

In seinem Debüt «Alles ist erleuchtet» beschreibt er die Reise eines jungen amerikanischen Schriftstellers in die Ukraine, wo er jene Frau finden will, die seinen Großvater einst vor den Nazis gerettet haben soll. Begleitet wird der junge Mann von einem radebrechenden Übersetzer namens Alex, dessen angeblich blindem Großvater und einer läufigen Hündin, die dem tierscheuen Gast aus den USA den letzten Nerv raubt. Auf einer zweiten Ebene erzählt Foer vom jüdischen Schtetl Trachimbrod und dessen wild fabulierenden Bewohnern. Die Kritik überschlug sich vor Begeisterung: Die «Süddeutsche Zeitung» bescheinigte Foer ein «atemberaubendes Talent», und der Kritiker der «Zeit» war gar dem «Zauber des Geniestreichs» erlegen.

Foers zweiter anrührender Roman «Extrem laut und unglaublich nah» variiert das Thema von der Suche eines jungen Menschen nach seinen Wurzeln: Der Vater des neunjährigen Oskar ist am 11. September 2001 nicht mehr nach Hause gekommen. Nachdem der Junge einen Briefumschlag und einen Schlüssel in den Unterlagen des geliebten Vaters gefunden hat, durchkämmt er New York auf der Suche nach dem passenden Schloss. Auch hier kehrt Foer auf einer zweiten Ebene weit zurück in die Vergangenheit, indem er in der Liebesgeschichte von Oskars Großeltern das Bombardement auf Dresden im Zweiten Weltkrieg dem Terroranschlag auf das World Trade Center gegenüberstellt.

Nach einem Ausflug in die Opernwelt ­ im September 2005 wurde die Oper «Seven Attempted Escapes from Silence» uraufgeführt, für die Foer das Libretto schrieb – hat der Autor nun das Sachbuch «Tiere essen» vorgelegt, in dem er sich sehr persönlich mit dem Vegetarismus und der industriellen Tierhaltung auseinander setzt.

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