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    Stuttgart

    «Fremd» entwickelt sich zur musikalischen Tragödie

    Wer den antiken Medea-Mythos nicht kannte, hatte es am Samstagabend schwer, als an der Staatsoper Stuttgart die Uraufführung der Oper «Fremd» des jungen Komponisten Hans Thomalla gespielt wurde.

    Stuttgarter Opern-Intendant Puhlmann
    Albrecht Puhlmann verabschiedet sich nach fünf Jahren Intendanz aus Stuttgart.
    Foto: DPA

    Das Werk des 35-jährigen Professors für Komposition an der Northwestern University in Chicago macht nämlich die einengende Handlung zumeist schwer nachvollziehbar.

    Der Raubzug der Argonauten nach dem Goldenen Vlies, die Liebesbeziehung ihres Anführers Jason (Stephan Storck) mit der barbarischen Zauberin Medea (Annette Seiltgen) sowie deren anschließende Tötung der gemeinsamen Kinder im griechischen Korinth wurde dabei auf die Gegenwart projiziert - besonders auch auf die immer noch existenten kulturell-religiösen Brüche zwischen Okzident und Orient. Am Ende erstickt sich Jason mit dem für das Leben im Morgenland abgelegten Kopftuch der Medea.

    Die mitunter rasch verschwindenden Ton- und Gesangscluster wurden auch durch den Einsatz von Schlagzeug, Bläsern und einer Kuhglocke ergänzt. So sollten unter anderem Konflikte zwischen den griechischen Helden und der für sie fremden archaischen Magierin offenbar gemacht werden. Korrespondierende Aaa- und Uuu-Vokal-Aneinanderreihungen sowie gutturales Rrr-Zischen der Protagonisten inklusive des 38-köpfigen Opernchores langweilten jedoch zunehmend.

    Das in der Musikgeschichte ergiebige Mythos-Thema verkümmerte - anscheinend vom Komponisten gewollt - auch für den altphilologisch Ungebildeten hörbar zur musikalischen Tragödie.

    Mit der mit Beifall bedachten 90-minütigen Uraufführung feierte der umstrittene Stuttgarter Opernintendant Albrecht Puhlmann vor nicht ausverkauften Rängen seinen Abschied. Puhlmann war fünf Jahre Intendant in Stuttgart, zur neuen Spielzeit wird er nach der Sommerpause von dem Schweizer Jossi Wieler abgelöst.

    Die Oper mit Längen glänzte durch ein imposant-ausfahrbares und maritim-nebliges Bühnenbild mit Videoinstallation der Regisseurin Anna Viebrock, aber auch durch die musikalischen Leistungen der Sänger und der im ganzen Zuschauerraum und Orchestergraben verteilten Musiker.

    Staatsoper

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