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    München

    Filmfest München mit spanischem Liebesfilm eröffnet

    In den kommenden Tagen steht die bayerische Landeshauptstadt wieder im Zeichen von Kino und Fernsehen: Mehr als 200 Filme aus aller Welt werden beim 28. Filmfest München bis zum 3. Juli zu sehen sein, darunter viele deutsche Produktionen.

    Álvaro Pastor und Antonio Naharro
    Álvaro Pastor (l) und Antonio Naharro beim Sundance Film Festival.

    Das Thema vieler Streifen: Die Finanzkrise und ihre Folgen. Doch depressiv seien die Filme dennoch nicht, sagte Festivalleiter Andreas Ströhl am Freitagabend bei der Eröffnungsgala in München. Die Filmemacher setzten sich vielmehr humorvoll und oft auch ironisch damit auseinander.

    Auch im Eröffnungsfilm konnte viel gelacht werden: «Me too – Wer will schon normal sein?», ein bewegender, warmherziger Film über die Liebe zwischen einem jungen Mann mit Down-Syndrom und seiner attraktiven Arbeitskollegin, der ganz nebenbei auch ernste Fragen anschneidet.

    Für ihr Kinodebüt bekamen die spanischen Regisseure Álvaro Pastor und Antonio Naharro großen Beifall von den rund 1300 Gästen, die anschließend vom Kino zum Empfang der Bayerischen Staatsregierung ein paar Straßen weiter flanierten. «Jetzt plötzlich hier zu sein, ist wie ein Traum», sagt Pastor. Er war mit seinem Co-Regisseur und mit den Hauptdarstellern angereist: Lola Duenas, im Film die einsame Laura, die mit Männern kein Glück hat. Und Pablo Pineda, der wie seine Filmfigur Daniel mit dem Down-Syndrom geboren wurde und der seine Rolle mit viel Feingefühl und Humor spielt. Die Geschichte habe ihnen besonders am Herzen gelegen, erklärte Pastor. «Wir haben diesen Film über etwas gemacht, was für uns ganz besonders wichtig ist, und das ist die Liebe.»

    Um die Liebe geht es in vielen Streifen auf dem Filmfest, wenn auch oft um die Schattenseiten: Eifersucht, Drama, Enttäuschung. Auch viele Komödien, Dokumentationen, Musikfilme und Thriller sind im Programm. Die Retrospektive ist dem österreichischen Filmemacher Ulrich Seidl gewidmet, der in seinen oft dokumentarisch anmutenden Filmen gerne schwere Themen aufgreift.

    Weitere Ehrengäste sind der Iraner Abbas Kiarostami, der seinen neuen Film «Copie Conforme» mit Juliette Binoche vorstellt und der Däne Mads Mikkelsen. Er hat sein bildgewaltiges Wikinger-Drama «Valhalla Rising» im Gepäck und wird ebenso wie Kiarostami mit dem Ehrenpreis des Filmfestes, dem Cine Merit Award, geehrt. Der deutsche Filmnachwuchs hofft unterdessen auf den Förderpreis Deutscher Film, während die internationalen Beiträge um den Arri-Zeiss-Preis konkurrieren.

    Doch Preise seien nicht alles beim Filmfest, gab Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) den Zuschauern mit auf den Weg. Viel wichtiger sei die Atmosphäre. «Hier kann sich nicht nur jeder ein Ticket kaufen, hier kann man auch die Regisseure, Schauspieler und Produzenten treffen und mit ihnen diskutieren.»

    www.filmfest-muenchen.de

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