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    Hamburg

    Ernst Ludwig Kirchner: Meister der Druckgraphik

    Selbstbildnisse, Modelle, Badende: Das druckgrafische Schaffen des Künstlers Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) steht im Mittelpunkt einer Ausstellung im Bucerius Kunstforum in Hamburg.

    Ausstellung Ernst Ludwig Kirchner
    Die Lithographie "Mit Schilf werfende Badende" von Ernst Ludwig Kirchner im Bucerius Kunstforum in Hamburg.
    Foto: Christian Charisius - DPA

    Die Schau «Kirchner. Das expressionistische Experiment» zeigt vom 29. Mai bis zum 7. September rund 130 oft großformatige und starkfarbige Holz- und Linolschnitte, Radierungen und Lithographien aus der weltweit bedeutenden Sammlung des Brücke-Museums Berlin sowie einige Gemälde aus deutschen Privatsammlungen. «Man könnte meinen, über Kirchner sei alles bekannt. Aber bei intensiver Beschäftigung gibt es noch viel Neues zu entdecken», sagte Direktorin Ortrud Westheider.

    Kirchner gehörte 1905 neben Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Brücke in Dresden. Ihr Ziel war es, neue Wege im künstlerischen Ausdruck zu finden und sich vom tradierten Stil der Akademien zu lösen. Nach der Auflösung der Gruppe 1913 zeigte Kirchner das hektische Treiben in Berlin und ab 1917 die Schweizer Bergwelt bei Davos, wo er bis zu seinem Freitod 1938 lebte. Für Kirchner sei die Druckgrafik «genauso wichtig gewesen wie die Malerei», meinte Westheider. Dabei sei es ihm nicht um Vervielfältigung gegangen, sondern im Gegenteil: Von Abzug zu Abzug experimentierte er mit Farbe und Motiv, so dass jedes Blatt einem Unikat gleichkomme.

    Die Ausstellung ist in sieben Themenbereiche gegliedert. Zu sehen sind ganz frühe Werke wie die Postkarten-Serie «Idiot 1-6», sowie Selbstbildnisse aus allen Schaffensperioden, in denen sich der Künstler kritisch mit sich selbst auseinandersetzt. So zeigt «Kopf des Kranken» (1917) schonungslos, wie Kirchner durch den Dienst beim Militär zu Beginn des 1. Weltkrieges traumatisiert wurde. Die «Modelle» verweisen auf einen neuen, selbstverständlichen Umgang mit der Nacktheit und «Badende» auf das Meer als Raum der anti-bürgerlichen Utopie. Die Sommermonate 1912-1914 verbrachte er mit seinen Freunden auf der Ostseeinsel Fehmarn. «Für Kirchner war Fehmarn das Paradies. Das war seine Südsee», sagte Magdalena Moeller vom Brücke-Museum Berlin.

    Infos zur Ausstellung

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