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    Düsseldorf

    Erfolgreicher Theaterauftakt in Düsseldorf

    Endlich geht die neue Spielzeit auch im Düsseldorfer Schauspielhaus los. Auf Amélie Niermeyer folgt der Schwede Staffan Valdemar Holm als Intendant.

    Michel Houellebecq
    Fak Richter brachte Michel Houellebecqs Roman «Karte und Gebiet» erfolgreich auf die Bühne.
    Foto: Roland Weihrauch - DPA

    Er wollte eigentlich mit «Hamlet» im Großen Haus den Aufschlag machen. Doch das wird renoviert, und die Arbeiter wurden nicht rechtzeitig fertig. So bekam Falk Richter die Ehre: Und die neue Ära begann am Sonntag nicht mit einem Klassiker, sondern mit dem Provokateur Michel Houellebecq.

    Einen besseren Einstand hätte sich die neue Mannschaft um Intendant Holm dabei kaum wünschen können: Richter präsentierte die Bühnenbearbeitung des jüngsten Erfolgsromans von Frankreichs Skandalautor Houellebecq «Karte und Gebiet». Für den Roman, in dem der fiktive Bestsellerautor seine eigene Ermordung beschreibt, erhielt Houellebecq in seiner Heimat den Prix Goncourt 2010. Die deutschsprachige Erstaufführung im Kleinen Haus war ausverkauft; der begeisterte Schlussapplaus wollte überhaupt nicht enden.

    Richter, bislang an der Schaubühne in Berlin, wurde von Holm als Hausregisseur nach Düsseldorf geholt. In der Bühnenfassung erzählt er Houellebecqs Roman in den wichtigsten Zügen nach - die Erfolgsgeschichte des neurotischen Künstlers Jed Martin sowie die Nebenhandlung um den fiktiven Houellebecq, der Opfer eines perversen Mörders wird.

    Das sechsköpfige Ensemble bewältigt über 20 Rollen souverän und stellt seine Wandlungsfähigkeit zum Vergnügen des Publikums unter Beweis. Christoph Luser spielt Jed Martin als Maler, dessen Entscheidung für den Realismus ihn immer scharfsinniger, zugleich aber auch menschenfeindlicher macht. Olaf Johannessen porträtiert die Romanfigur Houellebecq als Schriftsteller, den seine kompromisslose Entscheidung für die Wahrheit, so bitter sie auch sein mag, in eine lebensgefährliche Depression treibt.

    Trotz aller Komik liegt Schwerpunkt auf Gesellschaftskritik. Kurz vor seinem Tod hinterlässt Jed Martin eine tief pessimistische Botschaft: Die Menschheit stirbt aus. «Die Vegetation trägt den endgültigen Sieg davon», lautet der letzte Satz des Romans - und auf der Bühne.

    Düsseldorfer Schauspielhaus

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