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    Die Abrafaxe erleben ihr 500. Abenteuer - mit Luther

    Zu DDR-Zeiten blieb kein Heft am Kiosk liegen. Heute gibt es Abonnenten in 37 Ländern. Der „Mosaik“-Comic feiert ein Jubiläum.

    500. Mosaik-Comicheft
    Mosaik-Mitarbeiter Maren Ahrens (l) und Robert Löffler mit dem 500. Mosaik-Comicheft.
    Foto: Bernd von Jutrczenka - dpa

    Berlin (dpa). Die Knollennasen Abrax, Brabax und Califax feiern ein Jubiläum - zusammen mit Luther. Die drei Helden der Comic-Zeitschift „Mosaik“ begeben sich in der August-Ausgabe zum 500. Mal auf Erkundungstour. Jedes der 125 000 Hefte der Jubiläumsausgabe sei ein nummeriertes Unikat, teilte der Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag am Dienstag in Berlin mit. Auf dem Titel sind die Abrafaxe mit Martin Luther und Lucas Cranach dem Älteren zu sehen - und mit viel glitzerndem Gold.

    Zudem gibt es eine Sonderbeilage „mit 500 Abrafakten“. Es werde unter anderem aufgedeckt, wie es die Abrafaxe mit der Liebe halten und warum sie so selten auf Toilette müssen, so der Verlag.

    Seit Januar 1976 sind die drei koboldartigen Figuren die Helden in dem Comic-Heft, das zu DDR-Zeiten immer Mangelware war. Ob mit Don Quijote und Sancho Pansa in Spanien oder mit den Beatles zur Barockzeit in London: Während ihre Leser dies bis zum Mauerfall nicht durften, erkundeten die Abrafaxe ferne Länder. Inzwischen waren sie auf allen Kontinenten unterwegs - außer in der Arktis. Sie sprechen alle Sprachen der Welt.

    „Sie waren schon Sklaven oder Kellner im Orientexpress, sie haben sich in 20 unterschiedlichen Epochen bewegt - und erst nach 15 Jahren erstmals ihre Klamotten gewechselt“, schilderte Lektorin Maren Ahrens, und: „Sie speisen gut und gern - aber gehen selten auf Toilette.“

    Um 1950 hatten die DDR-Oberen nach einer sozialistischen Antwort auf West-Comics wie „Micky Maus“ gesucht. Am 23. Dezember 1955 erschien das erste „Mosaik“ - mit den drei Helden Dig, Dag und Digedag, geschaffen vom Grafiker Hannes Hegen. Nach einem Streit um die politische Ausrichtung des Heftes stieg Hegen 1975 aus. Die Reise der Digedags war zu Ende - und die Abrafaxe blickten zum Jahreswechsel 1975/76 vom Titel, bezeichnet als „sonderbare Kerlchen“.

    Heute gehören zum „Mosaik“-Team 25 Mitarbeiter, darunter acht Zeichner. Sie arbeiten in einer Villa im Berliner Westen - und ihre Arbeitsplätze sehen noch fast so aus, wie sie vor 60 Jahren im Osten aussahen. Mit einer verkauften Auflage um die 70 000 Exemplare zählt die Zeitschrift zu den erfolgreichsten Comics in Deutschland. Derzeit arbeitet das Team schon am Dezember-Heft.

    Das Mosaik

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