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Berlin

Denkmal-Rat warnt vor Rheinbrücke

Mit Sorgen blicken die Denkmalschützer an die deutsche Welterbestätte Oberes Mittelrheintal in Rheinland-Pfalz, wo zwischen Fellen und Wellmich eine Brücke geplant ist. «Ich verstehe nicht, warum diese Brücke so hartnäckig verfolgt wird», sagte Michael Petzet, Präsident des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS).

Mittelrheintal
Der Loreleyfelsen bei St. Goar im UNESCO-Weltkulturerbegebiet Mittelrheintal.

Die Querung wäre demnach für die historische Kulturlandschaft am romantischen Rhein ein Unglück. Für die drei Fährverbindungen bedeutet die Verbindung laut Petzet der Ruin. Außerdem fürchtet der UNESCO-Berater sehr viel mehr Verkehr.

Ob beim Rheintal der Welterbetitel wie in Dresden wegen einer Brücke aberkannt werden könnte, wollte Petzet nicht vorhersagen. Die Diskussion über eine Flussquerung zwischen Mainz und Koblenz dauert seit Jahren an. Besonders die Wirtschaft plädierte für eine Autoverbindung auf dem rund 100 Kilometer langen brückenfreien Abschnitt.

Das Bundesbauministerium fördert die 33 Welterbestätten mit 145 Millionen Euro. Es profitieren zum Beispiel die Hansestadt Lübeck, der Aachener Dom, die Altstadt von Bamberg und die Bauhaus-Stätten von Dessau und Weimar. In Berlin werden die UNESCO-Wohnsiedlungen der Moderne saniert und touristisch erschlossen. Im internationalen Vergleich gehe es den deutschen Welterbestätten gut, bilanzierte der Berliner Landeskonservator Jörg Haspel. Die Denkmalschützer stellten fest, dass hierzulande gerade der «Überfluss», etwa in Form von Einkaufszentren und Neubauten, das Welterbe gefährde.

Die Überreste der 2001 von den Taliban gesprengten Riesen-Buddhas in Afghanistan können besser erhalten werden als anfangs befürchtet. Demnach blieben nicht – wie anfangs befürchtet – nur Sand und Schutt, sondern bis zu 60 Tonnen schwere Fragmente übrig. Es seien beträchtliche Fortschritte beim Kampf gegen den Verfall erzielt worden, heißt es.

Die Statuen stammten aus dem 6./7. Jahrhundert und waren Hauptwerke der Gandhara-Epoche. Die Füße des 55 Meter hohen «Großen Buddhas» sind wieder sichtbar. Die Rückwand der Nische des 38 Meter hohen «Kleinen Buddhas» ist gesichert. Deutsche und internationale Experten arbeiten an der Rettung der Stätte, die zum UNESCO-Welterbe gehört. «Die Buddhas sind eine enorme Herausforderung», so Petzet.

Die afghanische Regierung stehe voll hinter dem Projekt. Das Gelände sei minenfrei. Probleme wegen der Sicherheitslage gebe es dort nicht. Von 2002 bis 2009 habe das Auswärtige Amt die Arbeiten mit 1 Million Euro gefördert, was viel geholfen habe. 2010 sei kein Geld vom Amt mehr da, weil weniger Mittel zum Kulturerhalt zur Verfügung stünden, was Petzet bedauerte.

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