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    Washington

    Clooney nach Festnahme wieder freigelassen

    Hollywood-Star George Clooney ist bei einer Protestkundgebung vor der sudanesischen Botschaft in Washington festgenommen worden.

    George Clooney
    George Clooney setzt seine Prominenz ein, um die Welt ein bisschen besser zu machen.
    Foto: Jim Lo Scalzo - DPA

    Er musste am Freitag einige Stunden mit anderen prominenten Demonstranten in einer Gefängniszelle verbringen, bis er wieder auf freien Fuß kam. «Es ist meine erste Verhaftung», sagte der Kino-Held nach seiner Freilassung am Freitag, wie im Fernsehsender CNN zu sehen war. «Und lasst uns hoffen, dass es meine letzte war.» Der 50-Jährige und auch sein Vater Nick, ein Journalist, waren bei der Kundgebung in Handschellen von Polizisten abgeführt worden.

    Clooney engagiert sich seit Jahren für die Menschen im Sudan und hatte im Verlauf der Woche bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama und einer Anhörung im US-Senat vor einer humanitären Krise in dem Grenzgebiet gewarnt. Die Regierung in Khartum müsse aufhören, «ihr eigenes Volk umzubringen, zu vergewaltigen und auszuhungern», hatte der Schauspieler am Freitag vor laufenden Kameras auf den Stufen der Botschaft erklärt.

    Neben den beiden wurden nach Angaben von US-Sendern auch Abgeordnete, der Bürgerrechtler Martin Luther King III und der Chef der afroamerikanischen Bürgerrechtsorganisation NAACP, Ben Jealous, festgenommen. Clooney nahm seinen Zusammenstoß mit den Ordnungshütern offenbar mit Humor: «Wir waren alle in einer Zelle zusammen, es war schön». Er habe eine Strafe für «bürgerlichen Ungehorsam» gezahlt und müsse nun wohl mit einem Eintrag in seinem Führungszeugnis leben, meinte er.

    Der Filmstar war am Donnerstag mit Obama und Außenministerin Hillary Clinton zusammengetroffen, um auf die Lage im Sudan aufmerksam zu machen. Die humanitäre Lage im Grenzgebiet zwischen dem Sudan und dem seit kurzem unabhängigen Südsudan spitzt sich wegen immer neuer Gewaltausbrüche in der Region weiter zu. Nach Angaben von Hilfsorganisationen haben seit vergangenem November 80 000 Menschen aus dem umkämpften Bundesstaat Blue Nile in zwei Lagern einer entlegenen Region des Südsudans Zuflucht gesucht.

    Seit der Teilung des Sudans im Juli 2011 ist unklar, zu welchem Land bestimmte Grenzgebiete künftig gehören sollen. Immer wieder kommt es zu Gewaltausbrüchen, bei denen die sudanesische Armee gegen Rebellengruppen kämpft, die Verbindungen zur im Südsudan regierenden Partei SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) haben. Eine Volksabstimmung, von der eine friedliche Lösung des Konflikts erhofft wird, fand bisher nicht statt.

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