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Paris

Carla Bruni-Sarkozy kämpft gegen Gerüchte

dpa

Miklo7 soll schuld sein. Ein 23-Jähriger mit diesem Internet-Spitznamen veröffentlichte Anfang März in einem Blog eine humoristische Notiz über angebliche Seitensprünge von Nicolas Sarkozy und Carla Bruni-Sarkozy.

Carla Bruni-Sarkozy
Carla Bruni-Sarkozy geht entspannt mit Gerüchten um.

Miklo7 sollte für «buzz» sorgen, also mit Sensationsgerüchten im Internet Wirbel machen und so möglichst viele Besucher auf die Website locken. Miklo7 trat eine Lawine los. Es kostete ihn und seinen Chef den Job und zwang Carla Bruni-Sarkozy zu einem ungewöhnlichen Katastropheneinsatz.

Was Miklo7 nicht ahnte: Die britische Presse griff den «buzz» als angeblich seriöse Information der Zeitung «Le Journal du Dimanche» (JDD) auf, in deren Internetauftritt der Blog eingebunden war. Zweifel schienen nicht erlaubt, denn das «JDD» gehört Sarkozys altem Freund Arnaud Lagardère. Das Blatt galt daher als seriöse Quelle. Über London lief die Nachricht um die Welt und landete sogar auf Titelseiten indischer Zeitungen. Es nützte nichts, dass das «JDD» den Eintrag sofort löschen ließ und sich entschuldigte und dass die Blog-Verantwortlichen den Hut nahmen.

«Wer mit wem» ist auch in Paris ein beliebtes Thekenthema. Und das Präsidentenpaar Sarkozy bot sich für pikante Gerüchte einfach an. Carla hängt aus ihrer bewegten Zeit als Top-Model Carla Bruni der Ruf der männermordenden Schönheit an. Wenn sie zur Gitarre von ihren vielen Liebhabern singt, wird die Lyrik gern als «Coming-out» interpretiert. Und Nicolas Sarkozy war vor seiner Hochzeit mit Carla auch schon im «buzz» mit diversen Frauen «verkuppelt» worden. Nach dem Motto «Wo Rauch ist, ist auch Feuer» verbreitete sich das Gerücht in Windeseile.

Jetzt versucht Carla Bruni-Sarkozy, das Feuer auszutreten. «Es stimmt, dass wir Opfer von Gerüchten wurden», sagt sie. «Es stimmt auch, dass das keine, aber auch keine Bedeutung für uns hat.» Gerüchte habe es immer gegeben. Sie lägen in der menschlichen Natur. «Schon seit drei Wochen, einem Monat, kümmern wir uns nicht mehr um diese Gerüchte. Für uns ist die Seite längst umgeschlagen.»

Für die französische Öffentlichkeit nicht. Zwar titelt «France Soir»: «Carla löscht das Feuer.» Und der «Parisien» schreibt: «Carla Sarkozy beruhigt das Spiel.» Doch andere Medien bohren weiter. Denn die Affäre hatte ein Nachspiel: Ausgerechnet aus Sarkozys engem Umfeld war gestreut worden, die vor der Regionalwahl verbreiteten Gerüchte seien eine Verschwörung und die fotogene Ex-Justizministerin Rachida Dati habe zum Getratsche beigetragen. Als Dati jetzt ein Dienstwagen entzogen wurde, der ihr von Amts wegen gar nicht mehr zusteht, wurde das als Sarkozys Rache interpretiert.

«Es gab keine Verschwörung. Es gab keine Rache», versichert Carla Bruni-Sarkozy – auch wenn der Medienberater ihres Mannes, Pierre Charon, Dati ins Spiel brachte und Sarkozys Anwalt Thierry Herzog von Destabilisierung des Präsidenten sprach. Charon und Herzog «sind weder ich noch mein Mann», betont Carla. «Jetzt spreche ich. Und ich spreche im Namen meines Mannes.» Auch Dati sei Opfer von Gerüchten. «Sie bleibt unsere Freundin.»

Damit widerspricht die Première Dame nebenbei auch dem engsten Mitarbeiter ihres Mannes, Claude Guéant. Der Élysée-Generalsekretär hatte einem Blatt erklärt: «Der Präsident will Rachida Dati nicht mehr sehen.» Jetzt sagt Guéant: «Die Wahrheit von gestern ist vielleicht nicht die von heute.»

Und die Quelle der Gerüchte? Miklo7 hat nämlich angeblich nur im Blog veröffentlicht, was andere schon vorher verbreitet hatten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auf Anzeige des «JDD». Zuvor hatte schon der Geheimdienst DCRI versucht, auf elektronischem Weg den Fluss der Gerüchte zur Quelle zurückzuverfolgen. Die Schlapphüte überlassen die Arbeit jetzt aber angeblich der Justiz. Carla Sarkozy versichert, der Élysée habe mit all dem nichts zu tun. Sie hat dafür ein einfaches Argument: «Man ermittelt nicht über Klatsch.»

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