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    Ausstellung über Europas ältestes bekanntes Schlachtfeld

    Vor 3200 Jahren tobte am Ufer der Tollense eine Schlacht, über die nicht viel bekannt ist. Seit 2009 graben Archäologen dort, das Schlachtfeld gilt als ältestes Europas und als bedeutende archäologische Stätte. Jetzt gibt es eine eigene Ausstellung.

    Blutiges Gold
    Bei der Schlacht im Tollensetal fanden viele Männer den Tod.
    Foto: Jens Büttner - dpa

    Sternberg (dpa). Ein Gemetzel enormen Ausmaßes: Hunderte, vielleicht Tausende junge Männer stehen sich um 1250 vor Christus am Ufer des Flusses Tollense im heutigen Mecklenburg-Vorpommern gegenüber. Ihre Bewaffnung: Schwerter, Lanzen, Keulen, Messer, Pfeil und Bogen.

    Blutiges Gold
    Goldschmuck vom Schlachtfeld im Tollensetal.
    Foto: Jens Büttner - dpa

    Ein Damm führt an dieser Stelle über das 250 Meter breite Flusstal, ein strategisch wichtiger Ort. Der Damm ist deutlich vor 1250 erbaut worden und über Generationen instandgehalten worden, berichtet Mecklenburg-Vorpommerns Landesarchäologe Detlef Jantzen. Viel mehr ist nicht bekannt über die kriegerische Auseinandersetzung auf dem ältesten Schlachtfeld, das bisher in Europa ausgegraben worden ist. Jetzt erzählt eine Ausstellung ein Jahr lang davon: „Blutiges Gold - Macht und Gewalt in der Bronzezeit“ (bis 18. September 2018).

    Jantzen ist sicher: „Wir sehen im Tollensetal zum ersten Mal einen Krieg in seinen Überresten vor uns.“ Aus Aufzeichnungen sei aus so alter Zeit nur die Schlacht bei Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern 1274 vor Christus bekannt. Dort sei der genaue Ort bislang aber nicht gefunden worden.

    Eine Ausstellung ist vom 6. Oktober an den Funden vom Tollensetal gewidmet, die in Grabungen, die unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurden, seit 2009 aus der Erde geholt wurden. Im Museumsgebäude des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden bei Sternberg - etwa 60 Kilometer südwestlich von Rostock - ist die Schau zu sehen.

    Das Freilichtmuseum ist eigentlich der Slawenzeit viel später gewidmet. Doch es muss nun für die Bronzezeit-Schau herhalten, denn ein Archäologisches Landesmuseum hat Mecklenburg-Vorpommern nicht.

    Wer hat da an der Tollense gekämpft, in wessen Auftrag und unter wessen Befehl? Auf diese Fragen können die Archäologen noch keine Antworten geben. Nur so viel ist klar: Es gab viele Tote. Bisher seien etwa zehn Prozent des Schlachtfeldes ausgegraben und dabei Gebeine von mehr als 130 Menschen gefunden worden, sagt Jantzen. „In der Hauptsache waren es junge Männer.“ Einem sei der Schädel mit einer Keule eingeschlagen worden. Andere Knochen hätten Verletzungen von Pfeilen. Hinweise auf die Anwesenheit von Frauen gebe es bisher keine. Auch Siedlungsreste fanden die Archäologen noch nicht.

    Zu den aufregendsten Funden gehören Goldringe, die laut Jantzen entweder am Finger oder im Haar getragen wurden, sowie Zinnringe, die im Wasser der Tollense die Jahrtausende überdauert haben. „Das ist eine besondere Rarität, denn Zinn zersetzt sich im Lauf der Zeit“, sagt Jantzen. Jetzt werde untersucht, wo das Zinn für die Ringe abgebaut wurde. Dies könnte Hinweise darauf geben, welche räumlichen Beziehungen die Menschen der Bronzezeit unterhielten.

    Ein Echo auf die Schlacht in schriftlichen Aufzeichnungen gibt es nicht. Doch die Archäologen ziehen Querverbindungen. „Es ist auffällig, dass wir aus dieser Zeit eine Reihe reich ausgestatteter Gräber haben“, sagt Jantzen. In der Ausstellung wird unter anderem das „Häuptlingsgrab von Crivitz“ vorgestellt. Aus einer Grabung bei Güstrow sind Reste eines vergoldeten Schwertes zu sehen. Außerdem wird der Bogen zum „Horn von Wismar“ geschlagen. Es ist mit bildlichen Darstellungen verziert - unter anderem von zwei Menschen mit Schild und Lanze.

    Anhand der Dimension der Schlacht gehen die Archäologen davon aus, dass es mächtige Organisationen in der Region gegeben haben muss, die in der Lage waren, so viele Menschen in einen Kampf zu schicken. Mehr Licht ins Dunkel sollen weitere Grabungen bringen, auf die Jantzen hofft. 2016 seien die Ausgrabungen eingestellt worden, weil die Förderung ausgelaufen war. Neue Förderanträge liefen.

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