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    KoblenzAfD-Treffen in Koblenz: Weiße Wände, bunte Proteste

    Flagge zeigen gegen die Alternative für Deutschland (AfD): Diesem Impuls folgte eine kleine Gruppe politisch-engagierter Koblenzer am Wochenende und bezog vor dem Ludwig Museum Stellung. Während im Inneren des Deutschherrenhauses die Ratsfraktion der AfD nach einigem Hin und Her mit der Stadt zur Vorstellung des Landeskulturprogramms lud, wurden vor den Toren Fahnen geschwenkt. Jene der SPD, jene der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken, jene in Regenbogenfarben – und Schilder, etwa mit der Aufschrift „Liebe ist Liebe“. Die Ehe für alle, deren Einführung vom Bundestag erst am Freitagmorgen beschlossen wurde, bahnte sich ihren Weg bis vors Deutsche Eck und bestimmte nicht nur draußen die Megafon-Durchsagen. Auch im Ludwig Museum selbst wurde teils hitzig über die Neudefinition des Ehebegriffs diskutiert.

    Darum ging es jedoch nur am Rande: Das Kulturprogramm des AfD-Landesverbandes und der rheinland-pfälzischen AfD-Fraktion bestimmte die zweistündige Veranstaltung, die im Vorfeld mehrfach für Diskussionen gesorgt hatte: Beate Reifenscheid, Direktorin des Hauses, hatte alle Kunstwerke im ersten Stock des Hauses abhängen lassen. Sie begründete dies damit, die Kunst schützen und sie nicht in irgendeiner Weise öffentlichkeitswirksam mit der AfD in Verbindung bringen zu wollen. Auch habe ihr die Versicherung geraten, die Werke abzuhängen, wie sie erklärte.

    Dass rund 1000 Euro für die Aktion veranschlagt wurden, die das Museum nach bisherigem Stand aus eigenen Mitteln zahlen wird, empörte Joachim Paul, AfD-Mitglied im Stadtrat und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Partei im Landtag. In einem Schreiben an unsere Zeitung übte er Kritik an Reifenscheids Reaktion: „Konsequent wäre es in jedem Fall die 1000 Euro nicht dem Steuerzahler aufzubürden, sondern sie einfach aus eigener Tasche zu zahlen.“ Und vor Ort bekennt er zudem, die Erklärung, Kunst vor der AfD schützen zu müssen, sei „eine Aussage, die so irre ist, dass sie eigentlich keine weitere Kommentierung nötig hat.“

    Als einen Kommentar zur Veranstaltung verstehen kann man, was direkt am Eingangstor des Ludwig Museums zu sehen ist: ein schlichtes Plakat mit einem Zitat des Bildhauers Constantin Brâncusi, „In der Kunst gibt es keine Fremden“.

    Die Direktorin selbst ist – wie angekündigt – an diesem Abend nicht anwesend. An ihrer Stelle für den Moment im Museum zu weilen, scheint Paul ein Triumph zu sein. „Ich bin ein bisschen stolz, dass wir das hier in Koblenz haben stattfinden lassen können. Das liegt daran, dass wir uns erst beim Verwaltungsgericht haben durchsetzen müssen, weil man uns als Stadtratsfraktion verweigern wollte, in steuerfinanzierten Gebäuden eine Veranstaltung abzuhalten.“

    Erst im April hatte der Stadtrat beschlossen, dass in Museen der Stadt keine parteipolitischen Veranstaltungen mehr durchgeführt werden dürfen. Dieser Beschluss wurde jedoch erst nach der Mietanfrage der AfD gefasst. Die Initiative vonseiten der Stadt – also eine direkte Reaktion auf die AfD-Anfrage. Im weiteren Verlauf wurde die Partei auf die geänderte Nutzungssatzung hingewiesen, woraufhin sie schließlich das Verwaltungsgericht Koblenz einschaltete – mit Erfolg.

    Dass die Tagung im Ludwig Museum die letzte parteipolitische Veranstaltung in öffentlichen Museen gewesen sein wird, regelt für die Zukunft der Stadtratsbeschluss. Das Zerren um die Vereinnahmung öffentlicher Räume für AfD-Veranstaltungen wird aber weitergehen: Debattiert man doch etwa aktuell, wo die umstrittene Wahlkampfveranstaltung der Partei am 11. August stattfinden soll – eine Verlegung von der Rhein-Mosel-Halle ins Foyer des Forum Confluentes steht aktuell zur Diskussion.

    Von unserer Redakteurin Melanie Schröder

     

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