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    Frankfurt/Main

    20 Romane für Deutschen Buchpreis nominiert

    Altrevoluzzer Rainald Goetz und Altmeister Sten Nadolny gehören zu den Autoren, die mit ihren neuen Romanen für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert sind. Eine Kritiker-Jury hat am Mittwoch unter 162 Büchern 20 Titel für die Endrunde des renommierten Preises bestimmt.

    Nominierung für den Buchpreis
    Bücher über Bücher.
    Foto: Jens Kalaene - DPA

    Eugen Ruge
    Eugen Ruge gewann 2011 den Deutschen Buchpreis.
    Foto: Arne Dedert - DPA

    Auf der sogenannten Longlist steht auch Wolfgang Herrndorf, der mit seinem Sahara-Roman «Sand» bereits den Preis der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr gewann. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels prämiert seit 2005 die beste literarische Neuerscheinung des Jahres mit dem Buchpreis.

    «Sehr viele Bücher setzen sich intensiv mit der Geschichte der Bundesrepublik auseinander», sagte der Sprecher der Jury, Andreas Isenschmid («Neue Zürcher Zeitung am Sonntag»), der Nachrichtenagentur dpa. «Ich glaube, das ist ein sehr gutes Jahr.» Es gebe kaum eine Dimension, die nicht vorkomme: «Die große Liebe und der avancierteste Kapitalismus, die Erfahrung des Heiligen so gut wie Schocks der Kälte und Einsamkeit.»

    Goetz (58), der früher mit experimentellen Lesungen und einem Netz-Tagebuch für Furore sorgte, ist mit seinem Roman «Johann Holtrop» nominiert. Es geht dabei um den Absturz eines charismatischen deutschen Vorstandschefs. In «Weitlings Sommerfrische» von Nadolny ist eine Kindheit am Chiemsee in den 50er Jahren das Thema. Der 70-jährige Autor hatte 1983 mit der «Entdeckung der Langsamkeit» - einem Buch über den Seefahrer John Franklin - einen Weltbestseller gelandet.

    Weitere Themen der Autoren sind zum Beispiel das Aufwachsen in einem deutschen Internat wie bei Christoph Peters («Wir in Kahlenbeck») oder Ursula Krechels Beschreibung der Rückkehr eines jüdischen Richters ins Berlin der Nachkriegszeit («Landgericht»).

    Zu den Nominierten gehören auch bereits bekanntere junge Autoren wie der Österreicher Clemens J. Setz («Indigo»), der 2009 schon mal auf der Liste der letzten Sechs (Shortlist) stand. Olga Grjasnowa verarbeitet in ihrem Roman («Der Russe ist einer, der Birken liebt») ihre Erfahrungen als jüdische Einwandererin in Deutschland. Unter der Verlagen ist Suhrkamp der Gewinner: Fünf Titel des Hauses stehen auf der längeren Auswahlliste (Longlist).

    Am 12. September wird die jetzige Auswahl auf sechs Romane reduziert. Der Sieger der Finalisten wird am 8. Oktober - am Vorabend der Frankfurter Buchmesse - bekanntgegeben. Der Gewinner erhält 25 000 Euro, die übrigen Finalisten 2500 Euro. Die siebenköpfige Kritiker-Jury wird jedes Jahr neu gewählt.

    Im vergangenen Jahr war Eugen Ruge für seine DDR-Familiensaga «In Zeiten des abnehmenden Lichts» mit dem Buchpreis ausgezeichnet worden. Sein Werk stand monatelang auf den Bestsellerlisten.

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