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Ratingen

Nicht zu kitschig: Die richtigen Worte für den Liebesbrief finden

Handgeschriebene Liebesbriefe zum Valentinstag sind etwas Besonderes. Die richtigen Worte zu finden, ist aber gar nicht so einfach. Denn romantisch gemeinte Zeilen klingen schnell kitschig. Am besten ist es, den Text erst einmal vorzuschreiben.

Schreibcoach Miriam Bonné
Handgeschrieben und mit Komplimenten: Das macht einen schönen Liebesbrief aus, sagt Schreibcoach Miriam Bonné aus Ratingen.
Foto: Miriam Bonné – DPA

Handgeschriebene Liebesbriefe an den Traummann oder die Traumfrau sind heute eher selten – und gelten als besonderer Beweis der Zuneigung. Sind die Zeilen aber gespickt mit seltsamen Kosenamen oder kitschigen Formulierungen, kann es richtig peinlich werden. «'Mein liebster Schatzipupsi' oder 'Mein kleines Stinkerchen' haben in einem ernst gemeinten Liebesbrief nichts verloren», sagte Miriam Bonné von der Textagentur Ratingen. Sie empfiehlt, normale Wörter zu verwenden und nirgendwo abzuschreiben.

«Ein Liebesbrief ist etwas sehr Persönliches. Man hebt ihn auf und holt ihn vielleicht Jahre später wieder hervor und erfreut sich daran», erläuterte Bonné. Umso wichtiger sei es, sich vor dem Griff zum Füller genau zu überlegen, was man dem Partner sagen möchte. Dazu gehören auf jeden Fall Komplimente. Allzu blumige Formulierungen mit vielen Attributen klingen manchmal unecht. Besser sei es, auf positive Eigenschaften einzugehen. «Wenn mein Partner schöne Augen hat, sollte ich das genau so schreiben und sie nicht mit den funkelnden Sternen am Himmelszelt vergleichen.»

In ihren Schreibcoachings löst Miriam Bonné Schreibblockaden zum Beispiel mit einem Brainstorming. «Wer sich ein paar Minuten Zeit nimmt, findet schnell viele Gründe, warum der Partner liebenswert ist», erklärte sie. Niemals sollten negative Eigenschaften in Komplimente verwandelt werden. Sätze wie «Deine kräftigen Oberschenkel machen mir gar nichts aus» oder «Eigentlich bist Du ja nicht mein Typ, aber ich habe mich trotzdem in dich verliebt» sind unbedingt zu vermeiden.

Außerdem sollten Liebesbriefanfänger Abstand von Reimen und langen Sätzen nehmen. «Beim Reimen geht die eigentliche Botschaft leider unter, weil man sich zu sehr auf das Finden von Wortpaaren konzentriert», warnt Bonné. Andererseits ermüden zu lange Sätze. «Zeilenlangen Bandwurmsätzen kann keiner folgen.» Hier gilt: In der Kürze liegt die Würze.

Insgesamt darf ein Liebesbrief aber mindestens eine Seite lang sein. «Ich rate grundsätzlich zum Vorschreiben auf Schmierpapier.» So lassen sich Ideen, die erst beim Schreiben entstehen, noch einbauen. Für einen schönen Gesamteindruck eignet sich zum Beispiel hochwertiges handgeschöpftes Papier. Wer Linienpapier unterlegt, schreibt garantiert gerade. Füller und Gelstifte lassen die Schrift schöner erscheinen als Kugelschreiber. Farbe von Papier und Umschlag sind Geschmackssache. «Hier ist alles erlaubt, auch Rosa.» Nur bei Verzierungen bleibt der Schreibcoach streng: Herzchen- und Regenbogensticker sind tabu.

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