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Mangelware «MINT»: Fachkräfte trotz Krise gefragt

Berlin/Essen (dpa/tmn) – Noch vor zwei Jahren standen bei angehenden Ingenieuren und Informatikern die Unternehmen Schlange. Dann kam die Krise, und für Maschinenbauer zum Beispiel sah es auf einmal gar nicht mehr so gut aus.

Fachkräfte
Die Wirtschaftskrise hat gerade die Metallindustrie hart getroffen – die Aussichten für Fachkräfte in dem Bereich bessern sich aber wieder. (Bild: Puchner/dpa/tmn)

Absolventen in Fächern wie diesem bleiben aber gefragt. Und nach der Talfahrt der Wirtschaft stabilisiert sich die Lage wieder. Mancher Absolvent dürfte sich aber verunsichert fragen: Habe ich aufs falsche Pferd gesetzt? «Auf keinen Fall», sagt Stefan Pfisterer vom IT-Branchenverband BITKOM in Berlin. Die Folgen der Krise bekämen zwar auch IT-Fachkräfte zu spüren. «Wir hatten aber nur einen moderaten Rückgang, keine massiven Einbrüche bei der Beschäftigung.» In den Bereichen IT-Consulting, Software-Entwicklung und IT-Projektmanagement gebe es weiterhin «gravierende Engpässe». Entsprechend seien die Jobchancen dort «sehr gut».

Auch Willi Fuchs vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Düsseldorf sieht keinen Grund für Krisenstimmung bei Hochschulabgängern in Technikfächern: «Aufgrund der Krise kann es sein, dass es bei Absolventen etwas länger dauert, bis sie einen passenden Job gefunden haben», sagt der VDI-Direktor. «Aber jeder Ingenieurabsolvent wird den Berufseinstieg schaffen.»

Generell sind Absolventen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) Mangelware. Laut einer Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft in Essen gibt es derzeit einen jährlichen Bedarf von bis zu 113 000 MINT-Absolventen. Erwartet werden aber nur etwa 90 000 pro Jahr. Jedes Jahr fehlen also mehr als 20 000 Fachkräfte.

Klar ist aber: Goldene Zeiten für Berufseinsteiger sind es momentan nicht. 2008 hatte der BITKOM noch 150 000 offene Stellen für Ingenieure, Informatiker und Naturwissenschaftler verzeichnet. Ganz so rosig sieht es derzeit nicht mehr aus. Für IT-Experten etwa gibt es weniger offene Stellen als früher. Der BITKOM ermittelte im vergangenen Herbst zwar immer noch 20 000 offene Stellen für sie. Damit hatte sich die Anzahl innerhalb eines Jahres allerdings halbiert. Im September 2008 betrug sie noch 45 000.

Auf Ingenieure hat sich die Rezession ähnlich stark ausgewirkt: Im Januar 2010 verzeichnete der VDI 47 600 offene Stellen – das waren 31,5 Prozent weniger als im Juni 2008. «Aber wir merken seit Anfang des Jahres eine Stabilisierung», sagt Willi Fuchs. So ist die Zahl freier Stellen von Januar bis März 2010 wieder auf rund 55 500 gestiegen.

Gerade im Maschinenbau hat die Krise viele Jobs gekostet: Laut dem Branchenverband VDMA ist die Zahl der Beschäftigten im Verlauf des Jahres 2009 um rund 34 000 gesunken. Der Verband rechnet damit, dass viele Unternehmen 2010 noch Mitarbeiter entlassen. Entsprechend dürfte es auch für Berufseinsteiger in derart krisengeschüttelten Betrieben schwieriger als früher sein, einen Job zu finden.

Flexible MINT-Fachkräfte sind da im Vorteil. Zu ihnen gehören Physiker, wie das Institut der deutschen Wirtschaft in einer Studie zeigt: Drei Viertel von ihnen kommen in anderen Berufen unter. Ihnen stehen also besonders viele Türen offen, was ihre Jobchancen erhöht. Fachkräfte sollten nicht nur bei großen Firmen anklopfen, rät Pfisterer. So blicke der Mittelstand wieder optimistischer in die Zukunft und rechne mit einem erhöhten Bedarf an IT-Fachkräften.

Elektroingenieure finden schnell eine Stelle

Elektroingenieure finden immer noch recht schnell eine Stelle. Das hat eine Befragung von Berufseinsteigern des Branchenverbandes VDE ergeben, an der mehr als 700 Ingenieure teilgenommen haben. Vier von fünf benötigen demnach weniger als zehn Bewerbungen, um den Berufseinstieg zu schaffen. Rund jeder Zweite hatte beim Vertragsabschluss die Zusage eines weiteren Unternehmens. Und etwa jeder Dritte konnte sogar unter drei Jobangeboten wählen.

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