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München

Die Wahrheit über den Osterhasen

Irgendwann wollen Kinder es genau wissen: Was hat es mit dem Osterhasen auf sich? Wieso bringt er die Eier? Wie Eltern dann am besten reagieren, erklärt hier eine Expertin.

Gibt es ihn oder gibt es ihn nicht?
Foto: DPA

Pauschal ein bestimmtes Alter festzulegen, um Kindern die Wahrheit über den Osterhasen zu sagen, ist schwierig. Eltern sollten sich besser an den Nachfragen ihrer Kinder orientieren: «Es kommt auch darauf an, wie der Mythos von den Eltern eingeführt wurde», sagt Roswitha Wiesheu, Leiterin der Münchner Akademie Kinder philosophieren. Getragen wird die Akademie vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft.

Werde Ostern als religiöses Fest in der Familie gefeiert, müssten Eltern andere Erklärungen abgeben, als wenn die Geschenke im Vordergrund stehen. In jedem Fall sollten Eltern die Fragen ihrer Kinder ernst nehmen: «Kindern geht es oft gar nicht um eine konkrete Antwort. Sie wollen, dass sich Eltern mit ihnen auf die Suche danach machen.»

Solange der Osterhase für das Kind Realität sei, sollten Eltern es in diesem Glauben lassen. Geraten Kinder durch Freunde, Verwandte oder im Kindergarten ins Zweifeln, können Erwachsene an diesem Punkt ansetzen: «Wenn das Umfeld etwas anderes sagt, kann man das Kind fragen: 'Und was glaubst du?'», rät Wiesheu. Gemeinsam könnten Mutter und Vater mit dem Kind beispielsweise nachlesen, welche Bräuche es zu Ostern gibt und woher diese kommen. Wichtig sei, dass sich das Kind mit seinen Fragen nicht alleingelassen fühle.

Die Erfahrung, dass Illusionen zusammenbrechen können, sei für Kinder ein wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung: «Sie erfahren, dass das zum Leben dazugehört und dass es neben der Welt der Märchen eine rationale Welt gibt.» Kinder kämen mit dieser Erkenntnis meist besser zurecht, als Erwachsene es ihnen zutrauten. «Enttäuscht sind Kinder eher dann, wenn sie das Gefühl haben, sie sind belogen worden», so Wiesheu.

Eltern sollten sich deshalb ganz genau überlegen, was sie ihrem Kind über den Osterhasen erzählen. Ein guter Anhaltspunkt sei dafür die eigene Kindheit: «Eltern sollten sich fragen: Wie war das bei mir damals, wie habe ich das empfunden?»

Mythen und Märchen zugunsten der Wahrheit ganz weglassen müssen Eltern nicht: «Diese Vorstellungen sind wichtig für Kinder. Sie vermitteln ihnen, was richtig und falsch ist und geben Anleitungen zum Handeln.»

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