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Zwei Polizisten in Ferguson nach Schüssen schwer verletzt

St. Louis (dpa) – Bei einer Demonstration nach dem angekündigten Rücktritt des Polizeichefs in der US-Stadt Ferguson sind zwei Polizisten angeschossen und schwer verletzt worden. Der Polizeichef von St. Louis County, Jon Belmar, sprach von einem Hinterhalt.

Tatort Ferguson
Polizisten am Tatort in Ferguson: Die Ermittlungen nach dem Schützen, der auf die Polizeibeamten feuerte, laufen auf Hochtouren.
Foto: Sid Hastings – dpa

Ein 41 Jahre alter Polizist sei an der Schulter, sein 32 Jahre alter Kollege im Gesicht getroffen worden, sagte Belmar. Die Schüsse in der Vorstadt von St. Louis sind eine dramatische Eskalation der Unruhen, die nach dem Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown vergangenen August ausgebrochen waren. Fergusons Polizei wurde zuletzt selbst vom Justizministerium vorgeworfen, sie diskriminiere Afroamerikaner aus rassistischen Gründen. Daraufhin hatte der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson, seinen Rücktritt zum 19. März angekündigt.

Tatort in Ferguson
Spurensicherung am Tatort in Ferguson.
Foto: Sid Hastings – dpa

Am Mittwochabend waren 70 bis 150 Demonstranten vor die Polizeiwache gezogen, um Jacksons Rücktritt zu feiern. Einige Beamte hatten sich dort in Kampfausrüstung aufgestellt; das Gebäude wurde abgeriegelt. Als die Kundgebung sich aufzulösen begann, fielen mehrere Pistolenschüsse. Die Schüsse seien aus etwa 110 Metern Entfernung abgegeben worden, sagte Belmar. Die Polizei nimmt an, dass sich der oder die Täter unter die Demonstranten mischten.

Polizeichef tritt zurück
Thomas Jackson (M), Polizeichef von Ferguson, tritt zurück.
Foto: Robert Cohen / St. Louis Post-Dispatch – dpa

Laut Augenzeugen fielen die Schüsse dagegen nicht aus der Menge, sondern von der gegenüberliegenden Straßenseite, wie CNN berichtete. Zuvor waren mindestens zwei Demonstranten festgenommen worden.

Die Verletzungen der beiden Polizisten seien ernsthaft und würden im Krankenhaus behandelt, sagte Belmar. Der 41-Jährige habe «enorme Schmerzen».

Justizminister Eric Holder sicherte den Ermittlern die volle Unterstützung seines Ministeriums zu. «Solche sinnlosen Gewaltakte bedrohen genau die Reformen, an denen nicht gewalttätige Demonstranten in Ferguson und im ganzen Land seit mehreren Monaten arbeiten», sagte er.

Polizeichef Jackson war nach den Todesschüssen eines Polizisten auf Brown schwer in die Kritik geraten. Die Tat löste landesweite Empörung und in Ferguson Unruhen aus. Weil seine Polizisten teilweise mit massiver Gewalt gegen Demonstranten vorgingen, geriet Jackson zusätzlich in die Kritik. Für weiteren Unmut sorgte, dass Browns Todesschütze Darren Wilson nicht angeklagt wurde.

Das Justizministerium befand, Polizisten gingen häufig mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Schwarze vor, hielten diese ohne ersichtlichen Grund an und verfolgten sie wegen Bagatelldelikten. Außerdem würden Schwarze übermäßig häufig mit Geldstrafen belegt – mit dem Ziel, die Kassen der Stadt aufzufüllen.

Seit den Unruhen im vergangenen Sommer haben in Ferguson bereits mehrere Verantwortliche in der Stadt ihre Ämter abgegeben, darunter zuletzt der Verwaltungschef. Demonstranten forderten zudem, dass auch Bürgermeister James Knowles seinen Hut nimmt. Kritiker fordern zudem, dass die gesamte Polizei des Vorortes von St. Louis aufgelöst wird.

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