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    Addis Abeba

    UN unterstützen Militäreinsatz gegen Boko Haram

    Die Vereinten Nationen haben der Afrikanischen Union ihre volle Unterstützung für einen multinationalen Militäreinsatz gegen den Islamistenterror der Boko Haram zugesagt.

    Nigerianische Soldaten neben Boko-Haram-Geschütz
    Nigerianische Soldaten stehen in Maiduguri neben einem Geschütz, das zuvor von Boko-Haram-Kämpfern benutzt wurde. Die Afrikanische Union will die Islamisten mit einer multinationalen Truppe vertreiben
    Foto: DPA

    «Dieser Terror erfordert stärkere und besser koordinierte Maßnahmen von uns allen», sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beim Gipfel der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. «Alle regionalen und internationalen Bemühungen müssen darauf abzielen, die Menschen in Nordnigeria und den Nachbarländern vor der Gewalt zu schützen», betonte er.

    Der Friedens- und Sicherheitsrat der Staatengemeinschaft (AUPSC) hatte zuvor die Entsendung einer 7500 Mann starken Truppe genehmigt, deren Einsatz zunächst zwölf Monate dauern soll, danach aber verlängerbar ist. «Es wird bereits in wenigen Tagen ein Treffen in Kamerun geben, bei dem wir das Konzept des Einsatzes ausarbeiten wollen», erklärte Smail Chergui, der Kommissar des AU-Friedens-und Sicherheitsrats, vor Journalisten.

    Anschließend soll der UN-Sicherheitsrat in New York über die Mission beraten und diese möglichst bald per Resolution annehmen. Die Finanzierung ist aber noch unklar: «Das ist eine große Herausforderung, denn der Kampf gegen Terrorismus dauert generell lange», sagte Chergui. «Es gibt aber bereits Gespräche, und wir loten alle Möglichkeiten aus.» An dem Einsatz werden sich vermutlich neben Nigeria auch Kamerun, Tschad, Niger und Benin beteiligen.

    Ban betonte, die Boko Haram habe entsetzliche Gräueltaten begangen und müsse so schnell wie möglich gestoppt werden: «Aber kein Land kann es allein schaffen, diese Brutalität einzudämmen.» Gleichzeitig forderte er aber auch eine «Analyse zu den Gründen und Wurzeln von dieser Art von Extremismus».

    Die Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat aufbauen und hat nach Schätzungen seit 2009 mindestens 13 000 Menschen bei Anschlägen und Angriffen getötet. Seit Monaten fallen die Islamisten auch immer wieder im Nachbarland Kamerun ein.

    Dort sind bei schweren Kämpfen zwischen der Boko Haram und Truppen aus dem Tschad in den vergangenen Tagen mindestens 123 Extremisten und drei Soldaten ums Leben gekommen, wie der französische Sender RFI am Samstag unter Berufung auf die tschadische Armee berichtete.

    Demnach hatten die Extremisten am Donnerstag und Freitag zwei Mal den Ort Fotokol im Norden des Landes attackiert, wo seit Mitte Januar Streitkräfte aus dem Tschad stationiert sind. Den Soldaten sei es aber jeweils gelungen, sie zurückzudrängen, hieß es. Fotokol liegt an der Grenze zu Nigeria und ist nur durch eine Brücke von dem Ort Gambaru in dem Nachbarland getrennt, der derzeit von der Boko Haram kontrolliert wird.

    Webseite AU

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