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    Schwierige „Landshut“-Demontage in Brasilien

    Es ist eine ungewöhnliche Operation: Die durch das Geiseldrama und die GSG-9-Befreiung berühmt gewordene „Landshut“ steht flugunfähig in Brasilien. Nun wird sie auseinander gebaut, um die frühere Lufthansa- Maschine in Deutschland als Objekt der Zeitgeschichte auszustellen.

    Demontiert
    Demontiert: Die frühere Lufthansa-Maschine «Landshut» ohne Flügel.
    Foto: Paulo Wagner - dpa

    Fortaleza (dpa). Die Rückholung der vor vierzig Jahren von Terroristen entführten früheren Lufthansa-Maschine „Landshut“ gestaltet sich zum Teil schwieriger als erwartet. Als wichtige Etappe konnte nun die linke Tragfläche der flugunfähig im brasilianischen Fortaleza stehenden Boeing 737 abgenommen werden.

    "Landshut" in Mogadischu
    Die am 13. Oktober 1977 entführte "Landshut" nach der Landung in Mogadischu.
    Foto: Archiv - dpa

    Seit 21. August ist ein Team der Lufthansa Technik vor Ort. Es ist eine große Herausforderung für die Ingenieure: Allein zur Abnahme der Flügel müssen rund 1500 Nieten und Schrauben gelöst werden, jedes abgenommene Triebwerk wiegt rund 1,5 Tonnen. 

    Linker Flügel
    Der linke Flügel der «Landshut» wird abgebaut.
    Foto: Paulo Wagner - dpa

    Zu Beginn musste die Maschine erst einmal mit neuen Bugrädern versehen werden, um die zwischen anderen stillgelegten Flugzeugen stehende Boeing auf das Vorfeld zu fahren, sagte Lufthansa Technik-Sprecher Jens Krüger der Deutschen Presse-Agentur. „Wir würden die Maschine gerne vor der Bundestagswahl (24. September) nach Hause bringen“, sagte Krüger. 

    «Landshut»-Demontage
    Die frühere Lufthansa-Maschine «Landshut» steht zur Demontierung auf dem Flughafen in Fortaleza in Brasilien.
    Foto: Paulo Wagner - dpa

    Die großen Teile wie die Tragflächen sollen mit einer Antonov 124 und andere Teile mit Seecontainern nach Deutschland gebracht werden. Eine Ausstellung im Dornier-Museum in Friedrichshafen zum 40. Jahrestag der Befreiung der Geiseln im somalischen Mogadischu am 18. Oktober könnte zeitlich schwierig werden. Es sei ein nationales Interesse, mit dem Flugzeug als Ausstellungsstück an den Deutschen Herbst 1977 zu erinnern, hatte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) betont. In Friedrichshafen soll die Maschine dauerhaft als restauriertes Ausstellungsobjekt an das „Landshut“-Drama erinnern. 

    Triebwerke
    Auch die Triebwerke der «Landshut» wurden demontiert.
    Foto: Paulo Wagner - dpa

    Es hatte vor Beginn der Demontage zunächst einige Tage gedauert, bis rund 8,5 Tonnen an Werkzeug und Flugzeughebern aus dem Zoll herauskamen. Die 1970 in Dienst gestellte Maschine war bis 2008 für verschiedene Eigentümer unterwegs. Von 1970 bis 1985 war die Boeing 737 für die Lufthansa im Einsatz, dann als „John Adams“ für Presidential Airways in den USA. Später wurde sie zum Frachtflugzeug, flog für TAN Honduras, L'Aéropostale, in Malaysia und Indonesien, bis sie 2002 an die Airline TAF Linhas Aereas in Fortaleza ging. 

    «Landshut»-Innenraum
    Hier spielte sich vor 40 Jahren das Drama von Mogadischu ab: Innenraum der früheren Lufthansa-Maschine «Landshut».
    Foto: Paulo Wagner - dpa

    Aufgrund eines schweren Defekts am 14. Januar 2008 wurde das Flugzeug (letztes Kennzeichen: PT-MTB) nach 38 Jahren Dienst für fluguntauglich erklärt. Das Auswärtige Amt erwarb die „Landshut“ Berichten zufolge für rund 20 000 Euro von dem Flughafenbetreiber in Fortaleza - das war vor allem die Summe für die aufgelaufenen „Parkkosten“ auf dem Flughafen. Insgesamt können Demontage, Transport und Zusammenbau am Ende einen Millionenbetrag kosten. 

    «Landshut»-Flügel
    Allein zur Abnahme der Flügel müssen rund 1500 Nieten und Schrauben gelöst werden.
    Foto: Paulo Wagner - dpa

    Am 13. Oktober 1977 hatten vier Palästinenser in Absprache mit der Roten Armee Fraktion (RAF) die „Landshut“ mit 91 Menschen an Bord auf dem Flug von Mallorca nach Frankfurt/Main gekapert, um die inhaftierte RAF-Führung in Stuttgart-Stammheim freizupressen. Nach einer Landung im südjemenitischen Aden erschossen die Terroristen den Kapitän Jürgen Schumann. Co-Pilot Jürgen Vietor musste die „Landshut“ weiterfliegen nach Mogadischu. Dort stürmte am 18. Oktober 1977 die Anti-Terror-Einheit GSG 9 die Maschine und befreite die Geiseln.

    Sitzreihen
    Sitzreihen der vor 40 Jahren von Terroristen entführten «Landshut» auf dem Flughafen in Fortaleza (Brasilien).
    Foto: Paulo Wagner - dpa

    Dornier Museum

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