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    Kairo/Beirut

    Rund 30 Tote bei Bombenanschlägen in Damaskus

    Dreifachanschlag in Damaskus mit über 30 Toten: Bei zwei Selbstmordattacken in der syrischen Hauptstadt sind am Samstag nach Angaben von Staatsmedien mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen.

    Trümmer
    Syrische Sicherheitskräfte am Ort eines der Anschläge von Damaskus.
    Foto: SANA/HANDOUT - DPA

    Wie die Nachrichtenagentur Sana berichtete, wurden 140 weitere bei der Explosion von zwei Autobomben verletzt. Unter den Opfern sollen auch Sicherheitskräfte und Zivilisten sein. Bei einem dritten Anschlag wurden vier Menschen getötet, unter ihnen ein «führender Militär». Das Regime von Präsident Baschar al-Assad machte «Terroristen» für die Tat verantwortlich.

    Spur der Zerstörung
    Verbrannte Autos, versengte Hausfassaden: Eine Straße in Damaskus nach der Autobombenexplosion.
    Foto: SANA/HANDOUT - DPA

    Eine der Explosionen ereignete sich den Angaben nach in der Nähe der Geheimdienstzentrale der Luftwaffe, der zweite unweit des Hauptquartiers der Kriminalpolizei. «Wir hörten zwei laute Explosionen und dann Notarztwagen», berichtete ein Einwohner von Damaskus der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. Auch die Opposition berichtete, dass Gebäude der Sicherheitskräfte Ziel der Anschläge gewesen seien.

    Krater
    Die Wucht der Explosion hat einen Krater in die Straßendecke gerissen.
    Foto: Youssef Badawi - DPA

    Die staatliche Agentur Sana zeigte Bilder der Aufräumarbeiten: Sicherheits- und Rettungskräfte bargen vor völlig zerstörten Gebäuden Leichenteile. Auch komplett ausgebrannte Autos waren zu sehen. Wegen der Medienblockade des Assad-Regimes ist eine unabhängige Überprüfung von Meldungen aus Syrien kaum möglich.

    Verletzt
    Sanitäter tragen einen Verletzten vom Ort des Anschlags.
    Foto: SANA/HANDOUT - DPA

    Später gab es nach Angaben von Aktivisten eine weitere Explosion. Wie ein Aktivist der Nachrichtenagentur dpa sagte, kamen bei dem Angriff auf ein Militärfahrzeug ein führender Militärvertreter und drei seiner Personenschützer ums Leben. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

    Anschlagsort
    Ein zerstörter Wagen am Ort eines der Anschläge in Damaskus.
    Foto: SYRIAN NEWS AGENCY SANA - DPA

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisierte die Gewalt in Syrien auf beiden Seiten des Konflikts als «unverhältnismäßig». Es sei schwer vorstellbar, dass sich ein politischer Prozess entwickeln könne, wenn parallel in den Städten gekämpft werde und Regierungskräfte sich gegen bewaffnete Oppositionsgruppen zur Wehr setzen müssten. Lawrow forderte in einem auf der Internetseite seines Ministeriums veröffentlichten Interview beide Seiten zum Dialog auf.

    Zerstörung
    Bei den Anschlägen gab es nach offiziellen Angaben 27 Todesopfer.
    Foto: Youssef Badawi - DPA

    Seit fast drei Monaten gibt es in der Krisenregion immer wieder Bombenanschläge auf Institutionen der Sicherheitskräfte. Erstmals ereignete sich eine solche Attacke Ende Dezember: Bei den Explosionen in der Nähe von Gebäuden des Sicherheitsapparates und des Geheimdienstes wurden damals mehr als 44 Menschen getötet. In der Stadt Aleppo gab es im Februar tödliche Anschläge auf Gebäude des Militärgeheimdienstes und der Ordnungspolizei.

    Die Regierung machte Terroristen verantwortlich, die Opposition das Regime selbst. Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri wandte sich im Februar in einer Videobotschaft an die Opposition und rief zur Fortsetzung des Kampfes gegen Assad auf.

    Auch in anderen Landesteilen ging am Wochenende das Blutvergießen weiter. Nach Angaben der Opposition gab es insbesondere in der Protesthochburg Idlib Gefechte zwischen der syrischen Armee und Deserteuren. Im Umland von Damaskus seien fünf Menschen gestorben, als Regierungstruppen das Feuer auf eine Trauerprozession eröffneten.

    Seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime am 15. März 2011 wurden nach UN-Schätzungen mindestens 8000 Menschen getötet. Syrische Aktivisten gehen von mehr als 9000 Toten aus.

    Die internationale Gemeinschaft bemüht sich derweil weiter um ein Ende der Krise. Am Sonntag wird nach syrischen Angaben ein «technisches Team» der Vereinten Nationen in Damaskus erwartet. Es soll neue Missionen des Syrien-Sonderbeauftragten von UN und Arabischer Liga, Kofi Annan, vorbereiten. Annan hatte bereits vor einer Woche in Damaskus mit Assad über eine Lösung des Konflikts beraten.

    Bericht der Agentur Sana

    Lawrow-Interview, auf Russisch

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