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    Paderborn

    Pilot nach Absturz von DSDS-Sängerin verurteilt

    Es sollte eine möglichst spektakuläre Ankunft vor der Diskothek «Kuhrausch» werden und endete in einer Katastrophe: Vor acht Monaten stürzte ein Hubschrauber mit der ehemaligen DSDS-Sängerin Anna-Maria Zimmermann und zwei weiteren Fluggästen an Bord in Altenbeken bei Paderborn ab.

    DSDS-Sängerin Zimmermann
    Der Pilot des Hubschraubers, der vor acht Monaten mit der DSDS-Sängerin Anna Maria Zimmermann abstürzte, muss sich vor Gericht verantworten.
    Foto: DPA

    Nun hat das Landgericht den 51 Jahre alten Piloten wegen fahrlässiger Körperverletzung in drei Fällen zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Der 51-Jährige habe es im vergangenen Oktober versäumt, den vorgesehenen Landeplatz vor der Diskothek absperren zu lassen, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus. Als Menschen und Autos den Platz blockierten, habe er bei der Suche nach einem Ausweichplatz Flugfehler begangen. Er flog zwei enge Linkskurven - zu eng und zu langsam, wie später ein Expertengutachten feststellte.

    Während die anderen drei Insassen relativ glimpflich davonkamen, wurde Zimmermann schwer verletzt. In ihrer knapp 15-minütigen Zeugenaussage schilderte Zimmermann die Folgen. Als sie aus dem künstlichen Koma erwachte, war ihr linker Arm gelähmt, aus ihrem achtfach gebrochenen Becken ragten vier Titanplatten. Ein acht Zentimeter langer Knochensplitter aus dem linken Arm war wie ein Pfeil in ihren Körper geschossen und hatte Herz und Aorta nur um Millimeter verfehlt. Die Milz war gerissen, ein Teil der Lunge musste entfernt werden.

    Auch vor Gericht trug die Sängerin den noch linken Arm in einer schwarzen Schlinge. In der linken Schulter seien Nerven durchtrennt, sagte die 22-Jährige. In einer weiteren, voraussichtlich zwölfstündigen Operation sollen ihr Nerven aus der rechten in die linke Schulter verpflanzt werden.

    Trotz einer Entschuldigung des Angeklagten blieb Zimmermann unversöhnlich. «Er hatte sieben Monate Zeit mir nahe zu sein, mir zu helfen», sagte sie nach dem Urteil. Diese Chance habe er nicht genutzt. Jeder Mensch mache Fehler, sie sei aber tief enttäuscht. «Da ist es für mich schwierig, ein einfaches "Entschuldigung" anzunehmen.» Allerdings habe am Abend vor dem Prozess die Versicherung des Helikopters eine Summe gezahlt, über die Stillscheigen vereinbart wurde. Sie sei aber froh über das Ende des Prozesses, sagte die 22-Jährige: «Ich will jetzt nach vorne schauen.»

    Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung

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