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Mainz

OB-Stichwahl in Mainz: Ebling triumphiert

Das Getöse ist ohrenbetäubend, das Gedränge brutal, die Hitze unerträglich: Die Sozialdemokraten feiern den neuen Oberbürgermeister am Sonntagabend um 18.48 Uhr voller Euphorie.

Denn Michael Ebling hat nicht nur gewonnen: Er hat mit 58,2 Prozent die Stichwahl der Oberbürgermeister-Wahl zu einem persönlichen Triumph gemacht. Sein Mitbewerber Günter Beck von den Grünen erhielt 41,8 Prozent.

Damit ist das Resultat klarer, als es viele Beobachter im Vorfeld erwartet hatten. Zwar war der Sozialdemokrat als Favorit in die Stichwahl gegangen. Doch der große Abstand war überraschend.

Wahlbeteiligung ist mau

Ernüchternd allerdings die Wahlbeteiligung: Nur 34,34 Prozent der Mainzer wollten mitbestimmen, wer neuer Oberbürgermeister ihrer Stadt wird. Von denen gaben 29.616 Menschen ihre Stimmen Michael Ebling. 21.282 votierten für Günter Beck.

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Neben dem deutlichen Sieg des Sozialdemokraten ist die Wahlbeteiligung das große Thema des Abends. Vor allem viele CDU-Wähler dürften mangels eigenem Kandidaten einfach daheim geblieben sein. Die Initiative einiger prominenter Christdemokraten pro Beck zeigt keine greifbaren Auswirkungen: Wie beim ersten Wahlgang holte Ebling in allen Stadtteilen die Mehrheit. Auch in Drais, wo CDU-Ortsvorsteher Norbert Solbach offensiv Wahlkampf für den Grünen gemacht hatte.

Ebling will Mainz neue Richtung geben

Der Sieger hat im allgemeinen Jubeltaumel fast ein bisschen Mühe, sich Gehör zu verschaffen: "Das Resultat ist deutlicher, als ich es erwarten durfte", erklärt Ebling. "Wir haben versprochen, der Stadt eine neue Richtung und ein Ziel zu geben. Dieser Anspruch ist von den Wählern goutiert worden. Ich werde mit ganzer Kraft dafür kämpfen, diesen Weg weiter erfolgreich zu beschreiten."

Ebling bekräftigt, mit dem bisherigen Kontrahenten gut zusammenarbeiten zu wollen: "Der faire Wahlkampf ist eine gute Grundlage." Auch namhafte Vertreter der Ampel-Koalition sehen keine Gefahr fürs rot-grün-gelbe Bündnis.

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Der SPD-Fraktionschef Oliver Sucher spricht von einem "Superergebnis, das die Ampel ganz klar stärkt". Sein FDP-Kollege Walter Koppius und der liberale Parteichef Peter Schmitz zeigen sich zwar überrascht über die Klarheit von Eblings Sieg, erwarten aber ebenso für die Ampel stabile Verhältnisse.

Am 18. April wird Michael Ebling sein Amt als Oberbürgermeister antreten. Bis dahin führt Beck weiterhin die Amtsgeschäfte und ist dann als Bürgermeister der zweite Mann im Rathaus.

Thomas K. Slotwinski


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