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    Amsterdam/Kiew

    Niederlande trauern um Opfer von Flug MH17

    Bei einer emotionalen Feier mit der Königsfamilie haben die Niederlande der Opfer des Absturzes der Passagiermaschine MH17 in der Ostukraine gedacht.

    Trauerfeier
    Trauermusik, Schweigeminute und Flaggen auf halbmast: In einer emotionalen Feier gedenken die Niederländer der Toten des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine im Juli.
    Foto: Frank Van Beek – DPA

    «Gemeinsam sind wir entsetzt, gemeinsam sind wir wütend, gemeinsam sind wir still», sagte Ministerpräsident Mark Rutte in Amsterdam. Rund 1600 Hinterbliebene erinnerten an die 298 Toten. Im ganzen Land wehten die Flaggen auf halbmast.

    Lugansk
    Ein ukrainischer Soldat in der Nähe von Lugansk. In der Ostukraine gab es bei heftigen Kämpfen Tote.
    Foto: Dmitriy Lipavskiy/Archiv – DPA

    Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli über dem Bürgerkriegsgebiet Ostukraine vermutlich von einer Rakete getroffen worden. Prorussische Separatisten und das ukrainische Militär werfen sich gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben.

    Die meisten Opfer kamen aus den Niederlanden. Zum ersten Mal seit der Tragödie sprachen Angehörige öffentlich von ihrem Verlust und erinnerten in kurzen Reden und Gedichten an ihre Liebsten. Ganze Familien waren mit MH17 in die Ferien aufgebrochen.

    Kremlchef Wladimir Putin warf der ukrainischen Armee vor, die Absturzstelle von MH17 andauernd unter Beschuss zu nehmen. Dadurch könnten die Experten den Unglücksort nicht vollständig untersuchen, sagte er am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels (Apec) in China.

    Putin und US-Präsident Barack Obama tauschten bei einer Begegnung beim Gipfel Grußformeln aus. Ein Gespräch – etwa über den Ukraine-Konflikt – gab es aber nicht, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte. Am Wochenende werden beide auch zum G20-Gipfeltreffen im australischen Brisbane erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass internationale Staatschefs Putin wegen seiner Unterstützung für die Separatisten im Ukraine-Konflikt zur Rede stellen werden.

    Nach heftigen Kämpfen in der Ostukraine am Wochenende starben bei erneuten Gefechten in der Separatistenhochburg Donezk am Montag mindestens vier Menschen, wie die Gebietsverwaltung mitteilte. Der Sicherheitsrat in Kiew berichtete zudem von zwei getöteten Soldaten. Kämpfe gab es demnach am Flughafen von Donezk sowie bei den Städten Debalzewo und Slawjanoserbsk.

    Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer neuen Zuspitzung des Konflikts. «Wir müssen jetzt sehr achtgeben, dass wir nicht zurückgeraten in einen Zustand auch militärischer Auseinandersetzungen, den wir schon überwunden zu haben glaubten», sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch in Kasachstan. Die Konfliktparteien müssten sich auf den «Boden» der Waffenruhe-Vereinbarungen von Minsk vom September zurückbewegen. Auch der kasachische Außenminister Jerlan Idrissow äußerte sich besorgt. Insgesamt starben in dem Konflikt im Osten der Ukraine bereits etwa 4000 Menschen.

    Noch am Montagabend sollte es dazu ein Treffen Steinmeiers mit der neuen EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini geben. Die Italienerin hatte kürzlich Zweifel am Erfolg der Sanktionen geäußert, die die EU wegen der Ukraine-Krise gegen Russland verhängt hat. In Berlin sollte zudem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den früheren sowjetischen Regierungschef Michail Gorbatschow treffen. Dabei dürfte es auch um die Ukraine-Krise gehen. Gorbatschow hatte am Wochenende bei den Gedenkfeiern zum Mauerfall schwere Vorwürfe gegen den Westen erhoben und mit Blick auf den Konflikt vor einem neuen Kalten Krieg gewarnt.

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