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    Muss auch Slowenien unter Rettungsschirm?

    Immer mehr Länder geraten in den Abwärtsstrudel der Schuldenkrise: Slowenien muss möglicherweise bald als sechstes Land unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. „Wir haben keinen Antrag aus Slowenien erhalten, und wir geben keinen weiteren Kommentar zu dem Thema ab“, hieß es zwar am Dienstag aus der EU-Kommission.

    EZB
    Die Banken des kleinen Landes sind in Nöten. Bisher gab es noch keinen offiziellen Hilfsantrag.
    Foto: DPA

    Brüssel. Immer mehr Länder geraten in den Abwärtsstrudel der Schuldenkrise: Slowenien muss möglicherweise bald als sechstes Land unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. „Wir haben keinen Antrag aus Slowenien erhalten, und wir geben keinen weiteren Kommentar zu dem Thema ab“, hieß es zwar am Dienstag aus der EU-Kommission. Doch wirklich beruhigen können solche Sätze nicht. Ähnliche Äußerungen gab es noch am Mittag, als Zypern wenige Stunden später sein Hilfegesuch abschickte.

    Slowenien ringt mit einer Kombination aus rückläufigem Wirtschaftswachstum und steigender Verschuldung. Mehrere Ratingagenturen hatten die Kreditwürdigkeit des Landes zuletzt gesenkt. Die Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet damit, dass die slowenische Wirtschaft im laufenden Jahr um 2 Prozent schrumpft. Das Haushaltsdefizit erreichte im vergangenen Jahr 6,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

    Zinsen auf Rekordhöhe

    Die Finanzierungskosten für Slowenien an den Märkten sind auf Rekordhöhen gestiegen. Die Renditen für zehnjährige Bonds liegen bei mehr als 6 Prozent.

    Besondere Sorgen bereitet der Bankensektor des kleinen Landes mit zwei Millionen Einwohnern. Die slowenischen Banken hatten im Vorjahr 2011 insgesamt Verluste von 356 Millionen Euro hinnehmen müssen. Auch für das laufende Jahr wird mit weiteren Verlusten gerechnet. Es wäre dann das dritte Verlustjahr in Folge.

    Die größte Sorge bereitet die Bank Nova Ljubljanska Banka (NLB). Sie hat einen Marktanteil von rund 30 Prozent und ist damit eine systemrelevante Bank für Slowenien. Der Staat ist mit 55,6 Prozent an dem Institut beteiligt. Die NLB hatte im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 239 Millionen Euro eingefahren.

    Die slowenische Notenbank hat in der Vergangenheit wiederholt darauf gedrängt, die Banken zu rekapitalisieren, deren Liquidität an der Refinanzierung durch die Europäische Zentralbank hängt. Insgesamt haben slowenische Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Gelder im Umfang von 2 Milliarden Euro ausgeliehen, allein die NLB 1,2 Milliarden. Finanzminister Janez Sustersic erklärte, dass es das Wichtigste ist, dass das Kapital erhöht wird. Der NLB fehlen mindestens 500 Millionen Euro, um die EU-Eigenkapitalvorschriften nach Basel III zu erfüllen.

    Reserven der Retter schmelzen

    Irland, Portugal und Griechenland bekommen bereits fast 200 Milliarden Euro Hilfe aus dem 440 Milliarden schweren Euro-Rettungsschirm. Spanien und Zypern haben Anträge auf Notkredite gestellt. Die Summe für beide dürfte sich auf etwa 110 Milliarden Euro belaufen. Die Reserven der Euro-Retter schmelzen also – zumal Athen ein drittes Rettungspaket braucht, sollte es tatsächlich mehr Zeit zur Erfüllung der Sparauflagen von EZB, EU und IWF heraushandeln. Denn dann erhöhte sich automatisch der Finanzierungsbedarf von außen.

    Die Weltbank hat unterdessen angekündigt, Hellas zu helfen. Das ist ein Kurswechsel, da der globale Armutsbekämpfer Nummer eins seine Ressourcen und seine Expertise normalerweise auf Schwellen- und Entwicklungsländer konzentriert. Die Weltbank stehe mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen bereit, auch krisengeschüttelten Euro-Ländern wie Griechenland bei Strukturproblemen zu helfen, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Er sehe es als seine Hauptaufgabe an, in dieser „entscheidenden Stunde“ für die weltweite Konjunktur auch entwickelte Länder zu schützen.

    Von unserer Brüsseler Korrespondentin Anja Ingenrieth

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