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    Mixa nach Ohrfeigen-Geständnis in der Kritik

    Erfurt/Schrobenhausen (dpa) - Der Erfurter Bischof Joachim Wanke hat die Missbrauchs-Opfer in der katholischen Kirche in einem Hirtenbrief um Vergebung gebeten.

    Bischof Mixa
    Der katholische Militärbischof Walter Mixa hat in der Auseinandersetzung um körperliche Züchtigungen «Ohrfeigen» eingeräumt.

    Die Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger seien «Sünden gegen Gottes heiligen Willen und gegen die Würde junger Menschen», schrieb er in einem Brief, der am Samstagabend und Sonntag in allen Gottesdiensten des Thüringer Bistums verlesen werden sollte. Wanke legte Opfern nahe, zur Staatsanwaltschaft zu gehen. «Die im Namen der Kirche Handelnden sind nicht dem staatlichen Strafrecht entzogen.» Der Filmemacher Volker Schlöndorff (71) sieht in der Diskussion um Misshandlungen und Missbrauchsfälle dagegen «Hysterie».

    Vor gut einer Woche war im Bistum Erfurt ein Missbrauchsfall bekanntgeworden. Das Bistum erstattete Anzeige. Ein Priester hatte Übergriffe auf vier Minderjährige zwischen 1980 und 1996 zugegeben. Die Taten würden «besonders verletzend und zerstörerisch wirken, weil sie aus einem seelsorgerischen Vertrauensverhältnis mit Schutzbefohlenen heraus begangen wurden», schrieb Wanke.

    Nach dem Ohrfeigen-Geständnis des Augsburger Bischofs Walter Mixa kritisierte dessen Nachfolger, Stadtpfarrer Josef Beyrer von Schrobenhausen, den Bischof. «Es wäre hilfreich gewesen, wenn Mixa seine Handgreiflichkeiten 14 Tage früher eingeräumt hätte», sagte Beyrer der Nachrichtenagentur dpa. Nach Misshandlungsvorwürfen von ehemaligen Heimkindern in Schrobenhausen hatte Mixa erklärt, er habe niemals Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewendet. Am Freitag hatte er dann eingeräumt, als Stadtpfarrer Ohrfeigen ausgeteilt zu haben. Inzwischen liegen sieben eidesstattliche Erklärungen früherer Heimkinder vor, die Mixa brutale Prügelattacken vorwerfen. Ein Gesprächsangebot Mixas wurde von den mutmaßlichen Opfern abgelehnt.

    Der Filmemacher Volker Schlöndorff (71) bezeichnete die Diskussion um Misshandlungen und Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche als «Hysterie». In der Sendung «3 nach 9» von Radio Bremen sagte er am Freitagabend: «Ich habe mich um Straßenkinder in Kiew gekümmert, und ich kann Ihnen sagen, wie die in den russischen Anstalten malträtiert und vor allen Dingen missbraucht worden sind, da ist die katholische Kirche nichts dagegen.» Der politisch engagierte Regisseur war selbst Schüler in einem französischen Jesuiteninternat. Sein erster Film «Der junge Törless» nach Robert Musil handelte 1966 von den Leiden eines Internatsschülers.

    Die seit drei Wochen geschaltete Hotline der katholischen Kirche für Missbrauchsopfer wurde schon für rund 1300 Gespräche genutzt. Für den Leiter der Hotline, Andreas Zimmer, ist klar: «Viele Opfer sind in einer akuten Krise.» Die geschilderten Vorfälle liegen meist 25 bis 40 Jahre zurück, sagte Zimmer. «In den Gesprächen wird aber deutlich, dass sie heute noch darunter leiden.» Oft werde professionelle Hilfe nachgefragt. Die kostenlose Hotline (0800- 1201000) ist immer dienstags, mittwochs und donnerstags von 13.00 bis 20.30 Uhr besetzt.

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