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    Bagdad

    Mehr als 100 Tote bei Anschlägen in Bagdad

    Bei einer Serie von Bombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mehr als 100 Menschen getötet worden. Weitere 200 Menschen seien verletzt worden, als Terroristen am Dienstag an zahlreichen Orten Autobomben zündeten und Selbstmordanschläge verübten.

    Anschläge in Bagdad
    Immer wieder erschüttern Selbstmordanschläge und Autobomben wie hier im Juni 2010 die irakische Haupstadt.

    Das teilten die irakischen Sicherheitskräfte mit. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur dpa von mindestens elf schweren Explosionen in Bagdad. Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die jüngste Gewaltwelle im Irak.

    Bei den Anschlägen vom Dienstag wurden insgesamt 21 stark frequentierte Orte angegriffen. Darunter waren Cafés, Restaurants und Märkte. Die Polizei verhängte am Abend eine Ausgangssperre. Patrouillen forderten die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben.

    Westerwelle sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. «Ich bin bestürzt über diese neueste Gewaltwelle im Irak und verurteile sie auf das Schärfste», sagte der Minister nach Angaben des Auswärtigen Amtes.

    Am Sonntag hatten maskierte Männer Christen während einer Messe in der Sajjidat-al-Nadscha-Kirche in Bagdad als Geiseln genommen. Dabei fanden Dutzende Menschen den Tod. Am Freitag waren mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen, als sich ein Selbstmordattentäter in einem Café in der Stadt Bakuba, nördlich von Bagdad, in die Luft sprengte.

    Die Aufständischen nutzen weiter das herrschende Machtvakuum in Bagdad für ihre Zwecke. Seit den Parlamentswahlen im März ist das Zweistromland ohne Regierung. Damals hatte das säkuläre Bündnis des früheren Übergangsregierungschefs Ijad Allawi die meisten Mandate erhalten, allerdings nicht genug, um allein Regierungsverantwortung zu übernehmen.

    Westerwelle forderte die irakischen Parteien auf, sich rasch auf eine handlungsfähige und alle Bevölkerungsgruppen einschließende Regierung zu verständigen. «Nur so kann der notwendige Reformprozess im Irak nachhaltig angegangen und dem Terrorismus der Boden entzogen werden», sagte der Minister.

    Die US-Regierung hatte Ende August den Abzug ihrer Kampftruppen aus dem Irak verkündet. Die verbliebenen 50 000 US-Soldaten sollten den irakischen Sicherheitskräften künftig bei der Ausbildung und in logistischen Fragen helfen, hieß es in Washington.

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