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Mann rast in Berlin mit Mietwagen auf Menschengruppe zu

Ein Mann fuhr in Berlin auf eine Gruppe Menschen zu. Verletzt wurde niemand. Terrorängste kamen hoch – doch laut Polizei war es kein Anschlag. Ursache für den Unfall war ein Ausweichmanöver.

Spurensicherung
Ein Polizeibeamter sichert in Berlin am Wilhelmsruher Damm Spuren. Dort war der Fahrer eines Mietwagens auf eine Menschengruppe zugerast.
Foto: Paul Zinken – dpa

Berlin (dpa). Ein sonderbarer Vorfall mit einem Mietwagen hat in Berlin Terrorängste ausgelöst, sich dann allerdings als Unfall mit Fahrerflucht herausgestellt.

Ein Autofahrer ist im Bezirk Reinickendorf mit hoher Geschwindigkeit über einen Gehweg auf eine Gruppe Passanten zugefahren – ein gezielter Anschlag war zunächst nicht ausgeschlossen. Nach Auswertung von Videomaterial aus der Nähe des Unfallorts konnte die Polizei jedoch Entwarnung geben. Es sei kein Anschlagsversuch gewesen, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

„Ermittlungen ergaben, dass der Mietwagenfahrer von der Straße abgekommen sein soll, als er offenbar einem wendenden Auto auswich“, twitterte die Berliner Polizei. Die Auswertung des Videomaterials von einem Geschäft in der Nähe der Bushaltestelle habe „entscheidend zur Klarheit beigetragen, was der Hintergrund des gestrigen Vorfalls war“, sagte der Leiter der Pressestelle der Berliner Polizei, Winfrid Wenzel, der Deutschen Presse-Agentur. Ursächlich für das Fahren auf den Gehsteig sei dieses Ausweichmanöver gewesen.

Der Unfall mit einem Mietwagen hatte sich am Freitagabend gegen 20.10 Uhr in der Nähe einer Bushaltestelle und eines S- und U-Bahnhofes ereignet. Nach dem Fahrer wird noch gefahndet.

Den ersten Entwarnungshinweis gab Innensenator Andreas Geisel (SPD). Die Polizei gehe eher von einem „Verkehrsunfall mit Fahrerflucht“ aus, sagte Geisel am Rande eines SPD-Parteitags der dpa. „Wir hatten in der Tat zwischenzeitlich die Befürchtung, dass es sich um einen versuchten Terroranschlag handeln könnte.“

Der Vorfall hatte in Berlin sofort Erinnerungen an den Terroranschlag vor knapp einem Jahr geweckt. Dabei war ein Attentäter mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gefahren. Zwölf Menschen kamen ums Leben.

Bei dem Mietwagen handele es sich um einen hochwertigen Sportwagen mit vielen PS, sagte Wenzel. Der Fahrer dieses Wagens habe einem zweiten, am Mittelstreifen-Durchlass wendenden Wagen ausweichen müssen, um einen schweren Aufprall zu vermeiden. Dieses Ausweichmanöver führte den Fahrer samt Wagen weg von der Fahrbahn in Richtung Gehsteig, wo er zuerst das Heck eines Busses streifte und dann mit einem geparkten Motorroller kollidierte. Dann fuhr er weiter in Richtung Bushaltestelle, wo die Passanten standen, wie der Polizeisprecher schilderte.

Diese sieben Menschen konnten sich durch Sprünge zur Seite retten. Anschließend fuhr der Fahrer wieder zurück auf die Straße, wendete an einem Mittelstreifendurchlass, fuhr auch dort über den Gehweg und bog dann rechts ab.

Zeugen hatten sich das Kennzeichen des Wagens gemerkt. So kam die Polizei auf die Spur eines 35-jährigen Marokkaners, der das Auto gemietet hat. Noch in der Nacht durchsuchten Beamte die Wohnung des Mannes im Berliner Stadtteil Wedding. Er wurde jedoch nicht angetroffen. Die Polizei stellte Beweismittel sicher. Sie fahndet weiter nach dem Mann – und nach dem Fahrzeug selbst.

Offen ist nach den Worten Wenzels, wer am Steuer des Mietwagens gesessen habe. Denkbar sei auch, dass eine andere Person als der Mieter des Wagens darin gesessen habe. Auch die Motive des Fahrers zur Unfallflucht seien bisher unklar. Auf entsprechende Fragen schloss der Sprecher auch ein illegales Autorennen sowie Drogen oder Alkohol am Steuer nicht aus. Er gehe davon aus, dass das Unfallfahrzeug zügig gefunden werde, sagte Wenzel.

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