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Mainz

Mainz erstickt im Dreck – endlich ist er weg

Gestern waren sie vor allem in der Altstadt noch zu sehen: Müllberge vom Rosenmontagszug.

Heute soll es auch damit vorbei sein. Wolfgang Ritter, Mitarbeiter bei der Stadtreinigung, war gestern früh mit seinem Besen auf den Straßen unterwegs: "Wir fangen direkt nach der Feier nachts um 3 Uhr an. Bis am Mittwoch muss alles sauber sein."

Als Erfolg verbucht die Stadt das erstmals geltende Glasverbot auf dem Schillerplatz. 5,2 Tonnen Glas wurden von Besuchern abgegeben, im Gegenzug gab das Sicherheitspersonal 7000 Plastikbecher à 0,4 Liter aus. "Viele wussten schon von dem Verbot und hatten Plastikbehältnisse dabei", teilte die Stadt mit. "Aus meiner Warte könnte das Glasverbot beibehalten werden", sagt der Werkleiter des Mainzer Entsorgungsbetriebs Hermann Winkel. Möglicherweise werde die Akzeptanz dafür noch steigen.

Die Ladenbesitzer der Innenstadt waren gut gerüstet. Die Douglas-Filiale am Höfchen hatte die Fensterfronten mit Brettern geschützt. "Letztes Jahr wurde bei uns eine Scheibe eingeschlagen", berichtete eine Mitarbeiterin. In der Altstadt schien sich der Abfall zu ballen. "Das sieht nicht sehr schön aus, das Chaos ist in den letzten Jahren auf jeden Fall mehr geworden", sagte eine Bäckereimitarbeiterin.

"Grauenvoll!", klagte die Betreiberin eines Bierstandes an Rosenmontag über den Müll in den Straßen. "Den meisten Müll bringen die Leute von zu Hause mit, wir verkaufen unsere Getränke nur in Pfandbechern."

Altstadt-Spaziergängerin Maria-Luise Mainzer hat's den Rosenmontagszug schon fast verleidet: Sie sieht ihn sich nur noch vor dem Fernseher an. "Die Stimmung ist sehr explosiv, es gibt zu viel Alkohol und alles ist mit Glas verschmutzt." Eine Lösung hat sie auch schon parat: "Ich möchte gerne Kölner Zustände!" Damit meint Mainzer ein großflächigeres Glasverbot und stärkere Kontrollen zur Vermeidung von Wildpinkeln.

Kay-Uwe Schreiber, einer der Zugleiter vom Mainzer Carneval-Verein, erwägt, im nächsten Jahr mehr Toiletten aufzustellen. Daneben sei mehr Aufklärungsarbeit nötig. Claudia Renner, Sarah Zubrod

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