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    Berlin

    Lärmaufschlag soll für mehr leisere Güterzüge sorgen

    Zum Schutz von Millionen lärmgeplagter Anwohner sollen Güterzüge in den nächsten Jahren schneller mit leiseren Bremsen ausgerüstet werden.

    Güterbahnhof Maschen
    Güterzüge stehen auf Europas größtem Rangierbahnhof in Maschen in der Nähe von Hamburg.
    Foto: DPA

    Für laute Waggons wird deswegen die Nutzung des Gleisnetzes ab Ende 2012 spürbar teurer, wie das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn als Netzbetreiberin am Dienstag vereinbarten. Aus den Mehreinnahmen sowie einem Zuschuss aus dem Verkehrsetat sollen gut 300 Millionen Euro zusammenkommen, um bis 2020 rund 180 000 Güterwaggons mit «Flüsterbremsen» auszustatten.

    Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sprach in Berlin von einem großen Schritt, der einen Anreiz für Investitionen schaffe. Dadurch gebe es weniger Lärm im ganzen Netz und nicht nur auf bestimmten Strecken. Dies diene auch dazu, erwartete Zuwächse im Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

    Bahnchef Rüdiger Grube sagte, Lärm als «die Achillesferse» des Güterverkehrs könne nicht nur durch mehr Schutzwände eingedämmt werden, sondern werde so an der Quelle reduziert. Auf wichtigen Trassen etwa im Rheintal protestieren Anwohner gegen massiven Lärm durch Güterzüge, die vor allem nachts unterwegs sind.

    Dem Konzept zufolge werden die Trassenpreise, die Bahnunternehmen zahlen, zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 generell um einen Lärmaufschlag von zwei bis drei Prozent erhöht. Für leise Wagen gibt es die Erhöhung aber als Bonus zurück. Dieser speist sich je zur Hälfte aus den höheren Preisen sowie Geld aus dem Verkehrsetat und soll insgesamt rund 300 Millionen Euro ausmachen. Daraus soll die Umrüstung der Waggons finanziert werden.

    Damit Güterzüge leiser werden, setzt die Bahnbranche vor allem auf neue Bremstechnologien. Eingebaut werden sollen Bremssohlen aus einem Verbundstoff, die den Lärm im Vergleich zu herkömmlichen Bremsen bis zur Hälfte verringern. Durch die neuen Bremsklötze werden die Laufflächen der Räder nicht aufgeraut, wie dies bei alten Klötzen aus Grauguss der Fall ist. Mit glatten Rädern auf glatten Schienen rollen Züge leiser. Diese Technik soll bis Ende nächsten Jahres serienreif sein.

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) begrüßte die Pläne, die den notwendigen Anreiz für eine flächendeckende Umrüstung böten. Die Umsetzung sollte jedoch schon in fünf Jahren möglich sein, sagte BUND- Verkehrsexperte Werner Reh der Nachrichtenagentur dpa. Notfalls sollte auch über Nachtfahrverbote nachgedacht werden.

    Pressemitteilung

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