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    Kommentar zur Basisfähigkeit junger Leute: Programmieren hat keine Priorität

    Schön und gut, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr als ein Jahrzehnt nach Populärwerden des Internets plötzlich das Programmieren als eine Grundfähigkeit neben dem Lesen, Schreiben und Rechnen erkennt. Das sagte sie zur Eröffnung der Computermesse Cebit in Hannover. „Die größte Hemmschwelle in den Schulen ist der Lehrer“, behauptete sogar Bitkom-Präsident Thorsten Dirks vor Journalisten.

    Marcus Schwarze 2016
    Marcus Schwarze, Redakteur Rhein-Zeitung.

    Marcus Schwarze 
zur Cebit-Messe in Hannover

    Nur: Was sollen unsere Lehrer denn machen, wenn sie auf die Installation eines Whiteboards als Ersatz für die klassische Schultafel vier Jahre warten müssen? Oder bei der Ansprache ihrer Schüler gemaßregelt werden, sobald sie deren natürliche Kommunikationswege über WhatsApp und Co. mitnutzen wollen? Nach Bitkom-Erhebung würde jeder zweite Lehrer (48 Prozent) gern öfter digitale Medien im Unterricht einsetzen. Doch scheitert dies am häufigsten an fehlenden Geräten.

    Was hat die Politik in Sachen Digitalisierung der Gesellschaft geleistet? Während der Cebit ist es ein Running Gag, ein jedes Jahr aufs Neue gespielter Witz, wenn wieder zu einer Pressekonferenz rund um die digitale Signatur eingeladen wird. Diese elektronische Unterschrift war ursprünglich mal als eines der Haupthindernisse bei lukrativen elektronischen Geschäften ausgemacht. Inzwischen laufen bei dem Thema und insbesondere den damit einhergehenden Bezahlvorgängen im Netz neue Mechanismen von Apple, Amazon und Co. per PayPal und Fingerabdruckscanner den Rang ab. Ebenso winken Experten ab, wenn die elektronische Gesundheitskarte in die nächste Runde geht. Zu behäbig agiert die Verwaltung, die Projekte erinnern an den nicht fertig werdenden Berliner Flughafen.

    In Sachen Digitalisierung der Schulen gibt es den Plan von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, binnen fünf Jahren rund 40.000 Schulen in Deutschland mit WLAN und Computern auszustatten. Dieser Plan „DigitalPakt#D“ hat einen Schönheitsfehler. Er kostet 5 Milliarden Euro. Schlechte Zeiten kommen da auf die Schulen zu, denn jüngst hat die Bundesregierung entschieden, das Budget für Verteidigungsausgaben auszubauen und das für Bildung zurückzufahren.

    Wer rechnen kann, liest daraus: Vorerst bleibt es beim Lesen, Schreiben, Rechnen. Programmieren hingegen, das lernen die Kinder und Jugendlichen heute allenfalls in ihrer Freizeit zum Beispiel bei Minecraft-Projekten in den Sommerferien, aber auch nur, wenn sie Lust darauf haben.

    E-Mail: marcus.schwarze@rhein-zeitung.net

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