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    Bangkok

    Hochwasser: Dämme vor Bangkok gebrochen

    Für die Fluten vor Bangkok gibt es kaum noch ein Halten. Regierungschefin Yingluck Shinawatra bezeichnete die Lage am Donnerstag als kritisch.

    Hochwasser in Bangkok
    Das Hochwasser in Bangkok steigt bedrohlich.
    Foto: Barbara Walton - DPA

    Umgeben von Wasser
    Flugpause auf dem Airport von Bangkok: Die Hochwassersituation in der thailändischen Hauptstadt spitzt sich zu.
    Foto: Narong Sangnak - DPA

    Es müsse mehr Wasser durch die Stadtkanäle geleitet werden, um den Druck auf Schutzwälle im Norden der Stadt zu verringern. Am bereits geschlossenen Inlandsflughafen Don Muang brachen unterdessen zwei weitere Flutdämme und im Bezirk Sai Mai stiegen die Pegel in zwei Kanälen in kürzester Zeit um 20 Zentimeter.

    Fortbewegungsmittel
    Unverzichtbares Fortbewegungsmittel: Eine thailändische Familie in einem Kajak in der Nähe des Flusses Chao Phraya. Die riesigen Wassermengen haben inzwischen die Millionenstadt Bangkok erreicht. Foto
    Foto: DPA

    Der Gouverneur richtete einen dringenden Fluchtappell an die Bewohner des Bezirks. Zehntausende Menschen verließen die Stadt. An den Busbahnhöfen herrschte Hochbetrieb. Auf den Ausfallstraßen lief der Verkehr zäh, aber flüssig, berichteten Autofahrer.

    Schutz
    Vorbeugemaßnahmen: Einwohner schützen sich mit Sandsäcken gegen das Hochwasser. Insgesamt wurden mehr als 1,2 Millionen Säcke vor den Häusern und Läden aufgetürmt.
    Foto: Rungroj Yongrit - DPA

    Das Auswärtige Amt riet von nichtdringenden Reisen nach Bangkok und Zentralthailand ab. Der Deutschen Botschaft zufolge seien die Menschen in der Innenstadt Bangkoks aber noch sicher. «Bisher gibt es keine konkrete Gefahr», sagte Botschafter Rolf Schulze der Deutschen Presse-Agentur. Eine Evakuierung von Landsleuten sei nicht nötig. «Im Augenblick ist der Internationale Flughafen offen und die Regierung wird weiterhin alles tun, damit dies so bleibt», so Schulze.

    Hochwasser
    Eine Anwohnerin kämpft mit einfachsten Mitteln gegen das Hochwasser: Der befürchtete Wasserstand kann zwischen zehn Zentimetern und 1,50 Metern betragen.
    Foto: Barbara Walton - DPA

    Die Situation für Bangkok wird allerdings immer dramatischer, da am Wochenende zwei Ereignisse zusammentreffen: Wassermassen aus Zentralthailand fließt Richtung Süden, während Hochwasser im Golf von Thailand gegen die Strömung nach Norden drängt. Das führt dazu, dass nicht so viel Wasser abfließen kann, wie in die Stadt strömt.

    Evakuierung
    Hilfe von der Polizei: Rund 1000 Lastwagen wurden bereitgestellt, um bei Evakuierungen in der Millionenstadt zu helfen.
    Foto: Narong Sangnak - DPA

    Der Leiter des Hydrographischen Instituts der Marine, Nirut Hongprasit, sagte für Samstagabend einen Hochwasserstand von 2,65 Meter für den Fluss Chao Phraya voraus. Die Flutbarrieren sind aber nur 2,50 Meter hoch. Somit würden die 13 flussnahen Bezirke mit Zehntausenden Einwohnern weitgehend überschwemmt werden.

    Das Verteidigungsministerium stellte 50 000 Soldaten mit 1000 Booten und 1000 Lastwagen bereit, um bei Evakuierungen in der Millionenstadt zu helfen. 100 Schulen wurden zu Notunterkünften erklärt und sollten Platz für 10 000 Menschen bieten.

    An den Busbahnhöfen in Bangkok versuchten vor allem Einheimische, Busse in die Provinzen zu erreichen. Es wurden 1000 zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt, ein Drittel mehr als üblich, sagte der Direktor der staatlichen Transport Company, Wuthichart Kalayannamit. «Es gab Riesenandrang. Die meisten Leute hatten keine Reservierungen.»

    Die Regierung erklärte angesichts der Hochwasserlage die Tage von Donnerstag bis Montag für arbeitsfrei. Etliche Firmen blieben geschlossen. Viele Einwohner haben sich für das lange Wochenende nach Pattaya zurückgezogen, die Hotels sind praktisch ausgebucht. Auf den hoch gelegenen Ausfallstraßen war der Verkehr behindert, weil etliche dort Menschen ihre Wagen auf dem Seitenstreifen geparkt haben.

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